Die Arbeiterkammer fordert ein Preisüberprüfungsverfahren für Sprit und Heizöl und stellt dazu einen Antrag an Wirtschaftsminister Martin Kocher.
Hohe Preise an den Tankstellen für Benzin und Diesel, aber auch für Heizöl sorgen aus Sicht der Arbeiterkammer für "dringenden Handlungsbedarf". Die AK vermutet, dass trotz fallender Preise weiterhin überhöhte Margen auf Kosten der Konsumentinnen und Konsumenten verrechnet werden und daher stellt sie nun einen Preisantrag an Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP).
"Durch die Einleitung eines Preisüberprüfungsverfahrens wird erwartet, dass der Druck auf die Unternehmen wächst und sie von sich aus reagieren und sowohl die Margen als auch die Preise an den Tankstellen sinken", so AK-Präsidentin Renate Anderl am Donnerstag laut einer Aussendung. Im Rahmen der Preiskommission müssten Betriebsprüfungen durchgeführt werden, nur so könne ein Einblick in die tatsächlichen Produktionskosten, Kalkulationsgrundlagen und Gewinnmargen der Unternehmen gewonnen werden.
Aufgabe der Preiskommission ist es, die Preisentwicklung zu überwachen und gegebenenfalls entgegenzusteuern. Laut dem Preisgesetz ist der Wirtschaftsminister auf Antrag dazu verpflichtet, zu untersuchen, ob die Preise für gewisse Produkte unverhältnismäßig hoch sind bzw. stärker gestiegen sind als im internationalen Schnitt. Werden ungerechtfertigt hohe Preise festgestellt, kann der Minister für eine Dauer von sechs Monaten angemessene Preise bestimmen. Die Preiskommission unter Vorsitz des Wirtschaftsministers setzt sich unter anderem aus Vertretern der Arbeiterkammer (AK), der Wirtschaftskammer (WKÖ), der Landwirtschaftskammer (LKÖ) sowie des Finanzministeriums zusammen.
Ende
August hatte sich Kocher skeptisch gezeigt, dass die Voraussetzungen
für eine Preisregelung erfüllt sind. Kocher betonte damals, dass es nur
in zwei Fällen die Möglichkeit zu solch einem Schritt gebe. Einerseits,
wenn die Versorgung nicht mehr gesichert sei, was aktuell nicht der Fall
sei, und andererseits, wenn es unverhältnismäßig hohe Preise im
internationalen Vergleich gebe. Auch das sei nicht so. Insofern sei er
"nicht überzeugt, dass die Voraussetzungen erfüllt sind", sagte er am
Rande des Forum Alpbach gegenüber Journalisten.
Zuletzt wurde ein
Preisüberprüfungsverfahren von der Arbeiterkammer im Jahr 2008 aufgrund
der Lebensmittelpreise eingeleitet. "Damals wurde die AK niedergestimmt
und das Verfahren ohne Durchführung von Betriebsprüfungen vom damals
zuständigen Minister Bartenstein eingestellt", so Anderl.