Am Dienstag machte sich die FPÖ schon für den Wahlkampf bei der Bundespräsidentenwahl bereit. Die Freiheitlichen holten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung aus und boten der ÖVP eine Kooperation an.
FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer übte bei einer Pressekonferenz Kritik an ÖVP, Grünen und Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim Thema Asylpolitik vor der im Oktober: "Es muss jetzt gehandelt werden, wir brauchen nachhaltige Lösungen." Diese bestünden für den Freiheitlichen etwa in stärkerem Grenzschutz inklusive Push-Backs. An die Volkspartei machte Amesbauer das Angebot zu gemeinsamen Beschlüssen im Parlament.
Wien. Der FPÖ-Sicherheitssprecher berief sich dabei auf das türkis-grüne Regierungsprogramm, wonach in kritischen Situationen auch Mehrheiten ohne die Grünen möglich seien. Aktuell wäre die Anzahl der Asylanträge mit den Jahren 2015 und 2016 vergleichbar, was laut Amesbauer Maßnahmen erfordere. "Echter Grenzschutz mit Zäunen" und restriktive Staatsbürgerschaftsgesetze sind ebenso Forderungen der Freiheitlichen wie vermehrte Push-Backs. Dass diese Methode, Flüchtende zurück über die Grenze zu bringen, rechtswidrig ist, stört dabei nicht. "Ja, ich fordere den Innenminister zum Rechtsbruch auf", so Amesbauer knapp vor der BP-Wahl am 9. Oktober.
FPÖ-Generalsekretär
Michael Schnedlitz sah auch Fehler beim amtierenden Bundespräsidenten.
Dieser sei in den aktuellen Krisen zu selten eingeschritten. "Van der
Bellen trägt Mitschuld an hohen Preisen und der Inflation." Unzufrieden
zeigte sich Schnedlitz etwa gegenüber dem Umgang mit dem
Ukraine-Konflikt: "Wir fordern ein sofortiges Ende der Sanktionen gegen
Russland." Die geplante Auszahlung des Klimabonus an Asylwerbende
bezeichnete er als "absurd".
Von Van der Bellen wünschte sich Schnedlitz außerdem ein Antreten zu TV-Duellen im Präsidentschaftswahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten, um "offene Fragen zu klären". Dem freiheitlichen Kandidaten attestierte der Generalsekretär mehr Kompetenz im Umgang mit Problemen. "Unser Walter Rosenkranz könnte für die Trendwende sorgen und ein Schutzschild für die österreichische Bevölkerung sein", so Schnedlitz in Wahlkampf-Stimmung.