Helmut Ettl und Eduard Müller, die Vorstände der FMA, sehen aktuell keine Gefahr, dass sich die Krise in der Energiewirtschaft negativ auf die Finanzbranche auswirken könnte.
Die Energiekrise soll laut FMA keine Auswirkungen auf die Finanzbranche haben. Ganz ausschließen könne man aber nie, dass es künftig noch zu Problemen kommt. "Wir befinden uns in einer sehr angespannten Situation", sagte Ettl am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. "Man sollte sehr genau aufpassen, was jetzt passiert".
Die Situation am europäischen Energiemarkt sei aufgrund der geopolitischen Situation sehr schwierig. Nach dem Bekanntwerden der finanziellen Schwierigkeiten bei der Wien Energie vor mehr als einer Woche wurde gestern bekannt, dass auch Finnland und Schweden ihren Energiekonzernen milliardenschwere Liquiditätsgarantien zur Verfügung stellen werden. "Das hat die Voraussetzungen, eine Art Lehman Brothers der Energiewirtschaft zu werden", erklärte Finnlands Wirtschaftsminister Mika Lintila. Drastische Auswirkungen auf die Finanzbranche scheint das allerdings nicht zu haben - zumindest laut FMA.
So
dramatisch sehen die FMA-Chefs die Lage noch nicht. "Wir glauben, das
Finanzsystem insgesamt ist solide aufgestellt," so Ettl weiter.
Vollständig ausschließen könne man ein Überschwappen aber nie. "Wenn die Energiekrise
dazu führt, dass die gesamte Wirtschaft stillsteht, dann wird es auch
eine Belastung für die Finanzindustrie geben, das ist klar."
Aktuell gebe es aber viel Kapital im System. Mit Gewinnausschüttungen rät die FMA den Unternehmen dennoch zur Vorsicht aufgrund der Energiekrise. Generell müsse man in Zukunft lernen, mit einer gewissen Unsicherheit und mit Mehrdeutigkeiten umzugehen, ergänzte Müller.