Das Wifo warnt am Montag vor einer Überförderung. Geplante Unterstützungen für Unternehmen zur Abfederung der hohen Energiepreise müssen Firmen zum Energiesparen anregen.
Das sagte Michael Böheim vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo am Montag im "Ö1-Mittagsjournal". Die Industriellenvereinigung (IV) fordert neue Milliardenhilfen für energieintensive Unternehmen. Die Bundesregierung hat weitere Hilfen angekündigt, vorerst aber noch nicht präsentiert.
"Das Energie-Einsparen ist die wichtigste Maßnahme von allen", so der Wifo-Experte. Deshalb müssten Unterstützungsmaßnahmen sicherstellen, dass Anreize zum Energiesparen aufrecht bleiben. Anstatt der von der IV geforderten Erhöhung und Verlängerung des Energiekostenzuschusses für Unternehmen (auf 2,5 Mrd. Euro, jedenfalls bis zum nächsten Jahr), schlug Böheim vor, Unternehmen die Möglichkeit einzuräumen, Verluste mit vergangenen Gewinnen gegenzurechnen, und so "entsprechende Steuergutschriften zu lukrieren". So würde man auch Unternehmen, die noch nie Gewinne eingefahren hätten, signalisieren, dass das Geschäftsmodell unter Umständen nicht passe.
Auch laut Monika
Köppl-Turyna vom industrienahen Think Tank EcoAustria dürfen die
Förderungen für Unternehmen nicht überschießend gestaltet sein. Sie
empfiehlt, die Unterstützungen an Bedingungen zu knüpfen, etwa indem
keine Hilfen an Unternehmen ausbezahlt werden, die riskante
Termingeschäfte am Energiemarkt machen.