Die SPÖ-Schülervertreter von der Aktion kritischer Schüler*innen in Wien stellten Bildungsminister Martin Polaschek am ersten Schultag ein schlechtes Zeugnis aus.
Bei einer Pressekonferenz forderten sie von ihm mehr an den Schulen und bessere finanzielle Absicherung der Schülerinnen und Schüler. "Die Schulbeihilfe muss endlich an die Inflation angepasst und der Bezieher_innenkreis erweitert werden", so AKS-Wien-Sprecherin Maria Marichici.
SPÖ-Schülervertreter fordern Maßnahmen gegen die Teuerung
Mit Blick auf weitere Coronawellen wünschen sich die Schülervertreter ein Notfalls-Krisenkonzept mit Fokus auf Risikogruppen. Denn ohne ausgearbeiteten Plan könnte wieder ein Herbst mit Distance Learning, Masken und Einschränkung sozialer Kontakte bevorstehen, so ihre Befürchtung. Außerdem soll es weiter kostenlose PCR-Testmöglichkeiten geben und an den Schulen einmal pro Woche PCR-getestet werden. Um die Impfquoten unter Schülerinnen und Schülern zu steigern, brauche es eine Aufklärungskampagne.
Das Corona-Positive zur Schule kommen sei unverantwortlich
Dass abseits der Volksschule Corona-Positive
mit FFP2-Maske in den Unterricht kommen dürfen, ist für die AKS
"schlichtweg unverantwortlich". Diese Maßnahme dürfte auch in der
allgemeinen Bevölkerung auf wenig Gegenliebe stoßen: Bei einer Umfrage
von Unique research für die Gratistageszeitung "Heute" (500 Befragte)
halten es nur 33 Prozent für eine sehr oder eher richtige Entscheidung,
infizierte Lehrer unterrichten zu lassen. 58 Prozent finden es falsch.
AKS-Vertreter vermissen bei der Teuerung Engagement des Ministers
Auch
bei der Teuerung vermissen die AKS-Vertreter Engagement des
Bildungsministers. Der Schulstart sei jedes Jahr für viele Familien eine
enorme Belastung, durch die Teuerung werde das Bildungssystem nun immer
unleistbarer. Neben der Inflationsanpassung bei der Schulbeihilfe und
einer Ausweitung des Bezieherkreises fordert die AKS kostenlosen
Förderunterricht in Kleingruppen in den Hauptgegenständen, damit durch
den Fernunterricht entstandene Bildungslücken geschlossen und den
Familien Ausgaben für Nachhilfe erspart werden.
Polaschek und Susanne Raab meldeten sich via Aussendung
Bildungsminister
Polaschek und Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) haben unterdessen am
Montag per Aussendung betont, dass Familien in der aktuellen
Teuerungswelle durch Maßnahmen des Anti-Teuerungspaketes und bereits
bewährte Familienleistungen entlastet würden. So sei im Rahmen des
Anti-Teuerungspaketes im August eine Sonder-Familienbeihilfe in Höhe von
180 Euro ausgezahlt worden, dazu komme für jeden Erwachsenen und für
jedes Kind im September der vorgezogene Anti-Teuerungsbonus und der
Klimabonus (insgesamt 500 bzw. 250 Euro) sowie bereits bewährte
Instrumente wie das Schulstartgeld (100 Euro für Sechs- bis 15-Jährige).
Kritik an der Personalplanung des Bildungsministers kam von FPÖ
Kritik
an der Personalplanung des Bildungsministers kam wiederum von der FPÖ.
Bildungsminister hätten den Lehrermangel seit Jahrzehnten verschlafen,
so Bildungssprecher Hermann Brückl. Die FPÖ schlägt zur Lösung des
Problems eine Entbürokratisierung und damit Verkürzung der
Lehrerausbildung vor, damit würde diese wieder attraktiver. Kurzfristig
könnte man zur Behebung des Lehrermangels auch auf langjährig bewährte
Bildungsinstitute zurückgreifen, so Brückls Vorschlag. Diese hätten
bereits ihre Hilfe angeboten.