Österreichs Winzer rechnen im Herbst 2022 mit einer durchschnittlichen Weinernte.
Erwartet wird eine Menge von rund 2,4 Mio. Hektolitern, sagte der Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die durch die Teuerung zuletzt gestiegenen Produktionskosten dürften durch Preissteigerungen an die Konsumenten abgegeben werden - zu einer Preisexplosion werde es aber nicht kommen.
Die prognostizierten Erträge könnte sich in manchen Gebieten noch verbessern, sollte das Wetter in den kommenden Wochen halten. So hätten die jüngsten Niederschläge einen Polster geschaffen, der die Trauben idealerweise weiter reifen lasse. Mehr als 2,4 Mio. Hektoliter "werden es aber sicher nicht", schätzt Schmuckenschlager.
Geprägt sei das
Jahr von einer durchwachsenen Witterung gewesen. Der Auftakt sei mit
einem späten Austrieb Ende April gut verlaufen, da sich dadurch ein
Schutz vor der drohenden Spätfrostgefahr ergeben habe. Zu
Schwierigkeiten kam es laut Schmuckenschlager danach durch den heftigen
Regen mitten in der Blütephase sowie durch die darauffolgende
Trockenheit. "Im Großen und Ganzen haben das die Winzer aber sehr gut im
Griff gehabt", resümierte er.
Aktuell seien die Trauben schon
relativ gut entwickelt, nur bis zur Vollreife dauere es noch. Er gehe
von einer "intensiven" und kurzen Hauptlese ab Mitte September aus, so
der Weinbauverband-Präsident. Die Erwartungen an die Qualität seien
hoch, man rechne mit "harmonischen", teilweise auch "kräftigen" Weinen.
Hoffen lassen die eher kleinbeerigen Trauben, was "auf
Geschmacksintensität schließen lässt." Auch Prädikatsweine seien zu
erwarten. Was den genauen Erntezeitpunkt betrifft, komme es nun auf
"Fingerspitzengefühl" seitens der Weinbäuerinnen- und bauern an, vor
allem mit Blick auf die Wettererwartungen. Es beginne jetzt die "heiße
Phase".
Bei den Traubenpreisen sei für die Winzerinnen und Winzer
heuer ein "stabiler Trend" zu erwarten. Diesbezüglich beobachte man
positive Signale, etwa durch die aktuell hohe Nachfrage am Fassweinmarkt
vor der Ernte. Die gestiegenen Produktionskosten - für Flaschen,
Verpackungen oder Verschlüsse - würden die Winzerinnen und Winzer jedoch
an die Endkunden abgeben müssen. "Wir erkennen aber, dass die
Weinwirtschaft nicht diese Galoppsprünge hat wie in anderen Bereichen."
Das sei auch auf die Vielfalt und Vielzahl der Betriebe in der Branche
zurückzuführen. Im Sektor Wein sei man nicht angewiesen auf zwei- oder
drei große Unternehmen, wie das etwa im Biermarkt der Fall sei. "Das ist
Garant dafür, dass der Markt relativ stabil bleibt".