Nach dem Auffliegen seiner Aktivitäten in Wien und Niederösterreich , hatte sich ein Cannabis-Großhändler nach Thailand absetzten. Dort wurde er von österreichischen Zielfahndern gefasst.
Laut Innenministerium waren die Ermittler dem Mann seit Dezember 2020 auf der Spur. Der mutmaßliche Dealer soll für die Produktion Hunderter Kilo Gras verantwortlich sei. Daneben soll er auch Sozialleistungsbetrug verübt haben, weil er Arbeitslosengeld kassiert haben soll.
Cannabis-Großanbau in Wien und NÖ: Dealer in Thailand gefasst
Aufgeflogen waren die Großpflanzungen mit einer Hausdurchsuchung in einem angemieteten Haus in der Hernalser Hauptstraße. Dort hatte der Mann Cannabis auf zwei Stockwerken anbauen lassen. Auch Trocknungsräume und Schlafstätten für fünf Gärtner - die mittlerweile in Strafhaft sitzen - waren dort eingerichtet. Auf die Spur der illegalen Plantagen waren die Ermittler auch wegen des exorbitant hohen Stromverbrauchs gekommen, der wiederholt das Netz in dem Grätzl zum Erliegen gebracht haben soll, weswegen wiederholte Einsätze der Wien Energie zur Folge gehabt hätte.
Zweistöckige Cannabis-Plantage in Wien-Hernals gefunden
Am 20. Dezember 2020 schritten
die Ermittler zur Hausdurchsuchung: Unter Federführung der Drogenfahnder
der Außenstelle West des Wiener Landeskriminalamtes (LKA), der
Staatsanwaltschaft Wien sowie des niederösterreichischen LKA wurden in
dem Haus 230 Kilo konsumfertiges Cannabis, abgeerntet oder noch an der
Staude, sichergestellt. Diese Aktion war dann auch das Signal für den
37-Jährigen, sich nach Thailand abzusetzen.
60 Kilo Cannabis in aufgelassenem Gasthaus in Langenlois entdeckt
In Langenlois (Bezirk
Krems Land) wurden die Fahnder ein weiteres Mal fündig. In einem
aufgelassenen Gasthaus stellten sie 60 Kilo Cannabis sicher, diesem
Standort wurde letztlich die Produktion von 110 Kilo Drogen
nachgewiesen. In Niederösterreich wurden sieben Mitverdächtige festgenommen.
Zielfahndung nach 37-Jährigem nach dessen Flucht nach Thailand
Die
Staatsanwaltschaft Wien schaltete nach der Flucht des 37-Jährigen die
Zielfahndung des Bundeskriminalamtes (BK) ein. 270 Tage etwa suchten die
Zielfahnder weltweit nach dem Mann, dann war klar, dass er in Thailand
untergetaucht war, wo er sich in mehreren Unterkünften aufgehalten haben
dürfte. Die Verbindungsbeamtin des Innenministeriums in Bangkok stellte
den Kontakt zu den richtigen Stellen der thailändischen Polizei her.
Der Verdächtige wurde auf der Ferieninsel Phuket gefunden, wo er laut
thailändischen Medienberichten unter anderem die Kampfkunst des Muay
Thai Boxen erlernte.
37-Jähriger wurde nach Österreich und in die Justizanstalt gebracht
Die thailändische Polizei nahm den Mann im
Juli in Zusammenarbeit mit den BK-Zielfahndern fest. Diese brachten den
37-Jährigen auch nach Österreich zurück, wo er am 26. Juli von dem
Drogenfahnder der Außenstelle West, der den Fall seit Jahren bearbeitet,
persönlich empfangen und in die Justizanstalt gebracht wurde.
Gute internationale Zusammenarbeit zwischen Polizei
Das
Innenministerium verwies in dem Zusammenhang auf die gute
Zusammenarbeit zwischen Polizei- und Justizbehörden, national und
international, die in solchen Fällen besonders wichtig sei. Der
Sozialleistungsbetrug wird dem 37-Jährigen zur Last gelegt, weil er
Arbeitslosengeld kassiert haben soll, während er Cannabis in zigfachem
Millionenwert produziert haben soll. Thailändischen Medien zufolge geht
es auch um illegalen Waffenbesitz. Der Hauptverdächtige trat laut
Innenministerium persönlich bisher nicht in Erscheinung, zu den
Vorwürfen hat er sich bisher nicht geäußert.
Fall als "Paradebeispiel" für "nationales Teamwork"
"Dieser Fall ist ein
Paradebeispiel dafür, dass nationales Teamwork und internationale
Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg gegen diese Form von
Kriminalität sind", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Er lobte
in diesem Zusammenhang auch "die professionelle Zusammenarbeit mit der
Staatsanwaltschaft Wien". Der Ressortchef weiter: ""Die Zielfahnder des
Bundeskriminalamtes sind ein Aushängeschild der österreichischen
Kriminalpolizei und genießen international höchstes Ansehen."
Auch
BK-Direktor Andreas Holzer wies auf die internationale Zusammenarbeit
hin: "Dieser Fall zeigt wieder einmal: Moderne Kriminalität ist
international. Um sie nachhaltig bekämpfen zu können brauchen wir auch
die internationale Vernetzung der Polizei. Sie ist die stärkste Waffe in
unserem Arsenal gegen diese weltweit tätigen Kriminellen."