Von Seiten der europäischen Behörden wird der Einsatz der Affenpocken-Impfung an Kindern und Jugendlichen diskutiert.
Die Schutzimpfung gegen die Affenpocken (Monkeypox, MPX) ist in der EU für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht zugelassen. Allerdings gibt es in den USA eine Notfallzulassung für die subkutane Anwendung des Vakzins von Imvanex/Jynneos bei Unmündigen und Minderjährigen. Nun wird seitens der europäischen Behörden der Einsatz bei Kindern diskutiert - ein Schritt, den das Gesundheitsministerium in Wien begrüßt.
"Bei der postexpositionellen Gabe (einer Impfung nach direktem Kontakt mit dem Erreger, also einer nachweislich infizierten Person, Anm.) spricht die Nutzen-Risikoabwägung klar für eine Anwendung auch bei Personen unter 18 Jahren", heißt es in den aktualisierten MPX-Impfempfehlungen des Ministeriums. In diesen Fällen sei eine Impfung ratsam, "obwohl keine entsprechende Zulassung mangels klinischer Studiendaten besteht".
Zur Vermeidung einer symptomatischen
Erkrankung sollten sich insbesondere Kontaktpersonen, die nie gegen
Pocken geimpft wurden, eine Schutzimpfung besorgen. Die Impfung erfolgt
in diesen Fällen subkutan (unter die Haut, Anm.), wobei innerhalb von 28
Tagen zwei Dosen von jeweils 0,5 Milliliter verabreicht werden. Der
erste Stich sollte möglichst rasch nach erfolgtem Kontakt, idealerweise
innerhalb von vier Tagen gesetzt werden. Trotz einer postexpositionellen
Impfung sind allerdings Durchbruchsinfektionen im Bereich des
Möglichen.