Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 15 Striezel aus Bäckereien, Supermärkten und Diskontern unter die Lupe genommen.
Der verschiedene Striezel, darunter auch ein veganer Striezel sowie zwei Bio-Produkte. Alle Produkte wurden im Labor auf die Schadstoffe Glyphosat, Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) und Acrylamid untersucht. Die Zutaten der Striezel wurden begutachtet und es wurde der Nutri-Score der Produkte errechnet. Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz der Striezel wurden in einer Laienverkostung bewertet. Zudem wurde die Kennzeichnung aller Produkte von Gutachtern überprüft. Im Gesamtergebnis konnten vier Striezel mit "sehr gut" bewertet werden, sechs Produkte erhielten ein "gut". Fünf Striezel schnitten nur mit "durchschnittlich" ab, aber vier davon wären besser beurteilt worden, hätte die Kennzeichnung gepasst.
Striezel im VKI-Test waren meistens einwandfrei aber selten bio
Der Test auf Schadstoffe zeigte ein erfreuliches Bild. Glyphosat und Mykotoxine konnten in keinem Striezel nachgewiesen werden. In 7 Produkten wurde zwar Acrylamid gefunden, aber bei allen Proben lag die Konzentration unter dem für den Test zugrunde gelegten EU-Richtwert für Brot auf Weizenbasis.
Meiste Striezel schnitten bei sensorischer Prüfung gut ab
Bei der sensorischen Prüfung konnten die
meisten Produkte ebenfalls gut abschneiden. Einzig die Bio-Brioche von
Mauracher fiel bei der Blindverkostung durch. Dies ist insofern
bemerkenswert, weil es sich dabei um das mit Abstand teuerste Produkt im
Test handelte. Dass der Preis bei Striezeln ohnehin kein guter
Indikator für Qualität ist, zeigte sich auch im Endergebnis des Tests:
Von den 4 mit "sehr gut" bewerteten Produkten gehören 2 zu den
günstigsten im Testfeld.
Produkte enthielten mehr Zutaten als man erwarten würde
Bei der Überprüfung der Zutaten war
auffällig, dass die Produkte häufig mehr Zutaten enthielten als man
gemeinhin erwarten würde. "Wer einen klassischen Striezel selbst macht,
der kommt mit sieben Zutaten aus: Weizenmehl, Milch, Zucker, Butter,
Eier, Hefe und Salz", erläutert VKI-Projektleiterin Teresa Bauer. "Die
Produkte im Test dagegen setzten sich aus deutlich mehr Bestandteilen
zusammen, darunter einige, die wir als überflüssig und zum Teil auch als
fragwürdig ansehen." So wurde beispielsweise bei 3 Produkten Alkohol
zugesetzt, 5 Striezel enthielten Palmöl bzw. Palmfett und immerhin 11
von 15 Aromen. Vor allem Produkte aus Supermarkt und Diskonter fielen
durch relativ viele Zusatzstoffe auf. "Spitzenreiter" war hier der bei
Lidl erhältliche Germzopf der Eigenmarke "Omas Backstube" mit insgesamt
acht Zusatzstoffen.
Zusatzstoffe und andere ungewollte Zutaten in Striezel
Wer Zusatzstoffe oder andere ungewollte
Zutaten vermeiden möchte, kann natürlich die Zutatenliste sorgfältig
studieren - vorausgesetzt die Erzeugnisse sind ausreichend
gekennzeichnet. Hier sahen die Sachverständigen bei einigen Produkten
Verbesserungsbedarf. 4 Striezel wurden wegen der Kennzeichnung
abgewertet. Meist bemängelten die Gutachter fehlerhafte Angaben in der
Zutatenliste.
Insgesamt wenig an Produkten auszusetzen
"Insgesamt gab es an den Produkten wenig
auszusetzen. Günstige Striezel aus dem Supermarkt können mit
Bäckereiware durchaus mithalten", so Teresa Bauer abschließend.
"Trotzdem sollte man sich die Mehlspeise eher zurückhaltend gönnen. Kein
Produkt kam auf einen besseren Nutri-Score als "C". Ein Striezel, vor
allem mit Butter, Nuss‑Nougat-Creme oder Marmelade wird da schnell zu
einer fett- bzw. - zuckerreichen Angelegenheit."