Nach Unwettern am Donnerstag werden die Behinderungen im Bahnnetz auf der Südbahn laut ÖBB bis Montag andauern.
In der Nacht wurden nach den heftigen Unwettern Aufräum- und Reparaturarbeiten durchgeführt, zahlreiche Streckensperren konnten bereits behoben werden. Doch zwischen Leoben und Friesach bzw. St. Michael bis Wald am Schoberpass fährt derzeit kein Zug, Fernzüge von Wien nach Italien werden über Salzburg umgeleitet, Fernzüge von Wien nach Villach bzw. von Graz bis Selzthal entfallen am Freitag.
Unwetter: Züge auf Südbahn entfallen teils bis Montag
Für
Fahrgäste von Graz nach Selzthal steht der Nahverkehr zur Verfügung.
Schienenersatzverkehr wurde zwischen Leoben und Friesach und zwischen
St. Michael und Wald am Schoberpass eingerichtet. Ab voraussichtlich
Betriebsbeginn am Samstag sind diese Strecken wieder eingleisig
befahrbar (zweigleisig voraussichtlich ab Montag mit Betriebsbeginn).
Auch im Güterverkehr kommt es derzeit zu Behinderungen und
möglicherweise längeren Transportzeiten, so die ÖBB in einer Aussendung.
ÖBB rät Fahrten nach Kärnten auf Samstag zu verschieben
"Wir
raten dazu, wenn möglich, Fahrten nach und von Kärnten auf morgen zu
verschieben. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit", sagte ÖBB-Sprecher
Bernhard Rieder am Freitag. Fahrgäste können auch auf die Westbahn
ausweichen und über Salzburg von Kärnten nach Wien
und umgekehrt fahren. "Auf dieser Strecke wird es zusätzliche
Kapazitäten geben", kündigte Rieder an. Details sind noch in
Ausarbeitung.
Heftige Unwetter am Donnerstag beschädigten Bahninfrastruktur
Heftige Unwetter hatten am Donnerstagnachmittag die
Stromversorgung und Bahninfrastruktur im Süden Österreichs schwer
beschädigt. Die ÖBB stellten am Nachmittag den gesamten Bahnverkehr in
Kärnten, Osttirol und der Steiermark ein. Ursache war ein großflächiger
Ausfall der 110 kV-Bahnstromversorgung für den Bereich Kärnten und
Steiermark ab 16.15 Uhr. Vielerorts kamen darüber hinaus Oberleitungen
durch umstürzende Bäume zu Schaden.
Chaotische Zustände an Bahnhöfen, Zugverkehr wurde gestoppt
An Bahnhöfen gab es chaotische
Zustände, nachdem der Zugverkehr gestoppt wurde. "Alle Züge konnten in
Stationen halten, keiner blieb auf offener Strecke", sagte Rieder. Es
wurde versucht, die Passagiere mit Bussen weiter zu transportieren,
teilweise mit stundenlangen Wartezeiten. Zahlreiche Fahrgäste mussten an
Ort und Stelle übernachten. Sie bekommen die Übernachtung und Ausgaben
ersetzt.
EU-weit einheitliche Fahrgastrechte-Verordnung
Das sieht die EU-weit einheitliche
Fahrgastrechte-Verordnung vor. Zudem bestätigte der Europäische
Gerichtshof 2013 mit einem Urteil, dass Bahnreisende auch bei Verspätung
aufgrund höherer Gewalt - wie etwa Schneefall oder Unwetter - Anspruch
auf Fahrpreisentschädigung haben.