Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger sieht Bundesparteiobmann Herbert Kickl trotz der jüngsten Turbulenzen wegen der Causa Jenewein fest im Sattel.
Er gehe davon aus, dass Kickl bei der Obmann-Wahl am anstehenden Bundesparteitag am 17. September "über 90 Prozent" der Delegiertenstimmen erreichen werde, sagte Abwerzger am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Bei seiner ersten Wahl im vergangenen Jahr hatte Kickl 88,24 Prozent erreicht.
Es gebe weder eine Obmanndebatte noch einen "Ausrichtungsstreit" in der FPÖ, so der im Landtagswahlkampf befindliche Abwerzger. Er sehe auch überhaupt keine innerparteiliche "Bringschuld" Kickls auf Aufklärung, wie dies zuletzt das FPÖ-Urgestein und frühere "Chefideologe" Andreas Mölzer gemeint habe.
"Der Bund und Herbert Kickl haben alles richtig gemacht", hielt der Landesparteiobmann zu Jenewein fest. Die erfolgte Dienstfreistellung aufgrund der im Raum stehenden Vorwürfe sei richtig gewesen, weil er wolle auch keine FPÖ haben, "in der man sich gegenseitig bei der Staatsanwaltschaft anzeigt". Die Wiener FPÖ habe angegeben, dass die Vorwürfe haltlos seien. "Davon gehe ich auch aus. Einige sind ja schon widerlegt worden", erklärte Abwerzger.
Einmal mehr scharf ins Gericht ging Abwerzger mit
der medialen Berichterstattung rund um die Causa und sprach dabei von
"zwei Redakteuren". Die Berichterstattung der Betroffenen sei
"skandalös" gewesen. Weder habe es einen Abschiedsbrief Jeneweins
gegeben, noch sei dieser im Koma gelegen, noch habe er angegeben, von
Herbert Kickl "tief enttäuscht" zu sein. Er habe mit der Familie des früheren FPÖ-Politikers
Kontakt gehabt. Diese habe die 17-jährige Tochter Jeneweins, die
derzeit gerade einen Auslandsaufenthalt absolviert, bewusst nicht
informieren wollen, um sie nicht unnötigerweise in Angst zu versetzen.
Die Tochter habe dann jedoch online auf der Homepage einer
entsprechenden Zeitung lesen müssen, dass "ihr Vater sterbenskrank im
Koma liegt", empörte sich Abwerzger. Und dies alles nur deshalb, um Kickl und der FPÖ zu schaden.