Rund zwei bis drei Einsätze pro Tag österreichweit verzeichnete das Bundesheer heuer bislang wegen aufgefundenen Kriegsmaterials. Dabei wurden mehr als 13,5 Tonnen Munition geborgen.
Mehr als 515 Mal wurden im ersten Halbjahr die Mitarbeiter des Bundesheeres zum Fundort eines Kriegsrelikts gerufen. Somit wurden 2022 rund zwei bis drei Einsätze pro Tag österreichweit verzeichnet und mehr als 13,5 Tonnen Kriegsmaterial aus Erstem bzw. Zweitem Weltkrieg geborgen. Seit 2013 waren es mehr als 300 Tonnen in über 10.000 Einsätzen, die untersucht, geborgen, abtransportiert und vernichtet wurden.
Vor leichtfertigem Umgang mit gefundener Munition wird gewarnt. Vermeintliches Kriegsmaterial soll keinesfalls berührt werden. Es gilt Abstand zu halten und die nächste Polizeidienststelle zu informieren. "Gerade in der Urlaubszeit, wenn vermehrt Wanderer in Österreichs Bergen unterwegs sind oder die Zeit in der Natur genossen wird, ist die Wahrscheinlichkeit ein Kriegsrelikt aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg, zu finden noch höher", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP).
Die meisten Bergungen im ersten Halbjahr 2022 gab es
in Niederösterreich. Dort rückte der Entminungsdienst 253 Mal aus. In
der Steiermark waren es 62 und in Salzburg 58 Einsätze. Burgenland und Wien
folgen mit 42 und 39 Funden. In Kärnten waren es 32 Einsätze bis Juni
2022. Die wenigsten Einsätze gab es in Tirol mit 14, Salzburg mit elf
und Vorarlberg mit vier Entschärfungen.
Die gefundenen
Kriegsrelikte aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg werden in den meisten
Fällen entschärft, abtransportiert und später auf den Sprengplätzen des
Bundesheeres in Großmittel und Allentsteig vernichtet. Dabei werden
mehrere hundert Kilo geborgenes Kriegsmaterial auf einmal gesprengt. In
besonders schwierigen Situationen vernichtet der Entminungsdienst die
Relikte an Ort und Stelle.