Das Umsatzwachstum des österreichischen Einzelhandels stagniert aufgrund der Teuerung im ersten Halbjahr 2022. Der Handelsverband fordert daher nun Entlastungen für die Branche.
Die Branche verbuchte zwar nominell mehr Umsatz, preisbereinigt blieb davon aber nicht viel übrig, schrieb die Statistik Austria am Mittwoch in einer Aussendung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwirtschaftete der Einzelhandel, ohne Handel mit Kfz, aber inklusive Tankstellen, um 7,6 Prozent mehr Umsatz, real entsprach das einem Zuwachs von 0,2 Prozent.
Dabei lag der Umsatz bei
Nicht-Nahrungsmitteln nominell um 9,7 Prozent über dem
Vorjahreszeitraum, unter Berücksichtigung der Preisentwicklung ergab
sich ein Umsatzplus von 4 Prozent. Bei Lebensmitteln, Getränken und
Tabakwaren lag der Zuwachs nominell bei 0,8 Prozent, preisbereinigt
bedeutet das ein Minus von 4,9 Prozent.
Für den Juni 2022 zeigt
sich ein ähnliches Bild. Der Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz, inkl.
Tankstellen) erwirtschaftete nominell um 3,9 Prozent mehr als im Juni
des Vorjahres, real ergab sich jedoch ein Minus von 5,5 Prozent. Im
Handel mit Nicht-Nahrungsmitteln ergab sich sowohl nominell (-2,4
Prozent), als auch real (-8,3 Prozent) ein Minus. Der Einzelhandel mit
Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren verbuchte im Juni ein Umsatzplus
von 7,5 Prozent, preisbereinigt ergab sich aber auch hier ein Minus von
1,2 Prozent.
Der Handelsverband fordert in diesem Kontext
Entlastungen für die betroffenen Unternehmen. "Der Handel kämpft mit
sinkenden Umsätzen auf der Konsumentenseite, muss aber gleichzeitig
massive Steigerungen in der Beschaffung sowie bei den Energiekosten und
Mieten finanzieren. Das geht sich alles nicht mehr aus, daher besteht
unmittelbarer Handlungsbedarf", sagte Obmann Rainer Will laut einer
Aussendung am Mittwoch. Er plädiert für Neuregelungen bei Abgaben und
Gebühren: "Relikte aus den Zeiten Maria Theresias wie die
Mietvertragsgebühr sind nicht mehr zeitgemäß."