Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) zeigt, dasd die Weiterbildungsmaßnahmen des AMS dabei helfen, die Kluft am Arbeitsmarkt zu überwinden.
Die Chancen, einen Job zu finden, steigen stark, wenn Arbeitslose an solchen teilnehmen. Profitieren würden vor allem jene, die es sonst besonders schwer am Arbeitsmarkt haben: Frauen, Menschen mit Pflichtschulabschluss und Langzeitarbeitslose, so WIFO-Chef Felbermayr bei einem Pressegespräch.
Weiterbildung hilft gegen die Kluft am Arbeitsmarkt
Die Studie untersuchte Qualifizierungsmaßnahmen des AMS im Zeitraum von 2013 bis 2017. Dabei wurden die an den Aus- und Fortbildungsprogrammen Teilnehmenden jenen Menschen gegenüber gestellt, die derartige Programme nicht besuchten. "Die Effekte sind groß", sagte Felbermayr hinsichtlich des Studienergebnisses, "der Anteil der Arbeitslosen, die 6 Jahre später in Beschäftigung sind, erhöht sich um 10 Prozentpunkte".
Felbermayr zu Weiterbildung: "Die Effekte sind groß"
Allein
im vergangenen Jahr seien 750 Mio. Euro in die Hand genommen worden, um
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen des AMS zu finanzieren. Besonders
effizient sei die Kurskostenbeihilfe - auch für den Fiskus. Maßnahmen
wie diese würden Arbeitslose rascher in den Arbeitsmarkt zurückbringen
und diese wiederum schneller Versicherungsbeiträge und Einkommenssteuer
zahlen. Die Beihilfe rechne sich für den Staat bereits nach 6 Jahren,
bei anderen Maßnahmen dauere es etwas länger. Es ginge aber nicht nur
darum, öffentliche Ausgaben einzusparen, so Felbermayr, sondern auch,
produktive Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Davon
profitiere die Wirtschaft und damit steige die Bruttowertschöpfung. Für
die Menschen selbst sei es auch ein Gewinn, weil der Weg aus der
Arbeitslosigkeit ihre Lebenszufriedenheit und Gesundheit verbessere.
Aktive Arbeitsmarktpolitik stelle potenten Hebel dar
Aus
den WIFO-Studienergebnissen ließen sich auch Schlüsse für die
anstehende Arbeitsmarktreform ableiten, so Felbermayr: Aktive
Arbeitsmarktpolitik stelle einen potenten Hebel dar, um Arbeitslosigkeit
zu bekämpfen, daher gehöre diese verstärkt und noch weiter optimiert.
Kocher von Wirksamkeit der Qualifizierungsmaßnahmen überzeugt
Auch
Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) zeigte sich bei dem Pressegespräch
am Donnerstag von der Wirksamkeit der Qualifizierungsmaßnahmen überzeugt
und führte die Corona-Joboffensive als erfolgreiches Beispiel an. Knapp
205.000 Menschen hätten bisher ein Aus- oder Weiterbildungsprogramm im
Rahmen der Joboffensive besucht. 48 Prozent der teilnehmenden Menschen
seien bereits 3 Monate nach Abschluss der Maßnahme zurück am
Arbeitsmarkt, nach 6 Monaten mehr als die Hälfte (58 Prozent). Insgesamt
90.000 Menschen hätten durch diese Maßnahmen wieder einen Job gefunden,
so der Minister.
Corona-Joboffensive läuft noch bis Ende 2022
Die läuft noch bis Ende des Jahres, im Rahmen der Budgetverhandlungen wolle Kocher sich aber für die Finanzierung der Qualifizierungsmaßnahmen darüber hinaus einsetzen.
Die
Wirtschaftskammer begrüßte die Evaluierung der Weiterbildungsmaßnahmen
des AMS. "Aus- und Weiterbildung ist sehr wichtig, aber nur eine von
vielen Schrauben, an denen wir drehen müssen", sagte der
WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in einer Aussendung, "Wir brauchen
außerdem eine verstärkte überregionale Vermittlung sowie eine rasche
Umsetzung der geplanten Arbeitsmarktreform. Es geht darum, sämtliche
verfügbare Arbeitskräftepotenziale zu heben und entsprechend zu
fördern".