Der externe Prüfbericht, der vom Wirtschaftsbund Vorarlberg bezüglich der ÖVP-Finanzen in Auftrag gegeben wurde, liegt nun vor.
Der Wirtschaftsbund Vorarlberg hat im Mai infolge der Inseratenaffäre die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Austria mit einer Prüfung der Jahresabschlüsse 2016 bis 2021 und der internen Kontrolle beauftragt. Am Dienstag sollen die Ergebnisse des Prüfberichts der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Prüfbericht zu Vorarlberger Wirtschaftsbund liegt vor
Um 10.30 Uhr wird Rüdisser gemeinsam mit Josef Schima, Partner bei BDO und Leiter der Sonderprüfung, in der Landeszentrale des Wirtschaftsbundes in Feldkirch über die Resultate der Sonderprüfung informieren. Die ÖVP hatte bei Beauftragung der externen Prüfung Wert darauf gelegt, dass es sich nicht um eine Kanzlei handelte, die Landesunternehmen oder -einrichtungen prüft.
Untersuchung soll internes Kontrollsystem umfassen
"Die
Untersuchung soll insbesondere auch das interne Kontrollsystem umfassen
mit dem Ziel, strukturelle Schwächen im laufenden Betrieb offen zu
legen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft
abzuleiten", sagte Rüdisser Anfang Mai. Es gelte, Zweckmäßigkeit und
Rechtmäßigkeit der Einnahmen und Ausgaben im Zeitraum der vergangenen
fünf Jahre vor dem Hintergrund der in der Satzung des Wirtschaftsbundes verankerten Ziele und Aufgaben zu analysieren. Zunächst hatte es geheißen, die Ergebnisse würden Mitte Juni vorliegen.
ÖVP-Finanzen: Eingestellte Zeitung "Vorarlberger Wirtschaft" im Zentrum
Im Zentrum der Affäre steht die inzwischen eingestellte Zeitung des Wirtschaftsbundes, "Vorarlberger Wirtschaft", bzw. deren Inseratengeschäft. Im Raum steht eine nicht korrekte Abführung von Steuern für Inserate, die für die Wirtschaftsbund-Zeitung verkauft wurden, und für Zuwendungen des Wirtschaftsbunds an die ÖVP. Der Wirtschaftsbund und mehrere Funktionäre brachten im Zusammenhang mit der Steuerprüfung Selbstanzeige ein.
Wallner befindet sich in mehrwöchigem Krankenstand
Für Aufregung sorgten auch üppige Gehälter und Zuwendungen, etwa für die inzwischen ehemaligen Wirtschaftsbund-Direktoren Jürgen Kessler und seinen Vorgänger Walter Natter. Neben den Finanzbehörden ermitteln auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die gegen Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und seinen Vorgänger Karlheinz Rüdisser wegen des Verdachts der Vorteilsannahme Untersuchungen einleitete. Wallner setzte die Affäre so zu, dass er sich derzeit in einem mehrwöchigen Krankenstand befindet.