Am Mittwoch sprach sich Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) weiterhin für die geplante CO2-Bepreisung aus.
Es gehe nur um einen Strom- und nicht auch Gaspreisdeckel, denn "jeder braucht Strom, aber nicht jeder braucht Gas", sagte er dem "Standard" (Mittwoch). Zur geplanten CO2-Bepreisung steht Brunner "prinzipiell", findet aber auch das Hinterfragen und Nachdenken über den Zeitpunkt legitim. Und: "Vielleicht muss man an anderer Stelle entlasten."
Finanzminster Brunner ist für die CO2-Bepreisung in Österreich
"Markteingriffe ergeben nur auf europäischer Ebene Sinn", argumentiert Brunner, "sonst subventionieren wir den Strom, der zu Abnehmern in Deutschland, Italien oder Slowenien fließt. Ein Gaspreisdeckel macht national auch keinen Sinn, da brauchen wir europäische Lösungen, beispielsweise einen gemeinsamen Gaseinkauf." Für das spanische Modell gebe es eine EU-Ausnahme, und die sei "nur dann sinnvoll, wenn es sich um einen mehr oder weniger abgeschlossenen Markt handelt wie auf der Iberischen Halbinsel."
Finanzminister rechnet bei Strompreishilfe mit hohen Kosten
Der Finanzminister rechnet bei der
Strompreishilfe mit hohen Kosten: "Das kostet extrem viel Geld.
Irgendjemand muss ja die Differenz zum Marktpreis zahlen. So ehrlich
muss man sein, das ist ein Riesenaufwand, und es kostet uns." Deshalb
müsse geklärt werden, ob es für Gas und Strom gelte. "Wie werden
Haushalte behandelt, die mit Wärmepumpen heizen oder Photovoltaikanlagen
haben? Wie ist es administrierbar?", fragt Brunner im "Standard".
"Genau diese Fragen müssen wir uns stellen - und natürlich, was es
kostet. Geht es um Haushaltsgrößen? Geht es um Quadratmeter? Das ist
nicht trivial."
Brunner ist gegen eine Übergewinnsteuer
Eine Übergewinnsteuer (Windfall-Profit-Tax für
Zufallsgewinne) für bestens verdienende Energieunternehmen will Brunner
nicht. "Eine Windfall-Profit-Tax hätte auch Erneuerbare-Anbieter
betroffen, die wären bestraft worden - und wir reden ständig über den
ökologischen Wandel." Dafür ist er "froh", dass es vom Verbund und der
ÖBAG eine Sonderdividende gebe und die Kunden einen Bonus erhielten. Zur
"Wiener Zeitung"
(Mittwoch) sagte Brunner zur Übergewinnsteuer: "Grundsätzlich plädiere
ich für den Fall von Übergewinnen, dass die Länder vergleichbare
Maßnahmen nach dem Vorbild des Verbund setzen. Strafsteuern kann ich
nichts abgewinnen."
Start der CO2-Steuer wurde auf Oktober verschoben
Eine CO2-Steuer - sie wurde schon verschoben
und soll nun ab Oktober gelten - würde die Energiepreise wieder erhöhen
nachdem Milliarden in die Stützung des Strompreises fließen könnten.
Hierzu argumentiert der Minister im "Standard": "Der CO2-Preis ist im
Kombipack mit der Entlastung über den regionalen Klimabonus als Teil der
Steuerreform konzipiert, jetzt ergänzt durch den neuen
Antiteuerungsbonus. Prinzipiell stehe ich zur CO2-Bepreisung, aber wir
leben in außergewöhnlichen Zeiten, da ändert sich die Lage laufend, da
darf alles ständig hinterfragt werden. Da ist es sicher legitim, wenn
manche darüber nachdenken, wie man damit umgehen soll und ab wann."
Diese Diskussion führe man laufend, ob man zum Beispiel den CO2-Preis
einführe und im Gegenzug eine weitere Entlastung über den
Stromrechnungsdeckel andenke.