Die EU-Kommission empfiehlt Österreich die Fortsetzung einer unabhängigen Bundesstaatsanwaltschaft nach "europäischen Standards." Außerdem kritisert die EU-Kommission Regierungsinserate.
Die Justiz solle in die Bestellung von hochrangigen Gerichtspräsidenten einbezogen werden, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Bericht der EU-Kommission zur Rechtsstaatlichkeit. Der Report äußert zudem wieder Sorgen über hohe staatliche Werbeausgaben und den damit verbundenen politischen Einfluss.
Kritik äußert die EU-Kommission auch zu den Arbeitsbedingungen für Medien. "Während die Standards der journalistischen Profession gut sind, waren Journalisten Drohungen und Schikanen ausgesetzt, insbesondere während Protesten", heißt es in dem Bericht. Das rechtliche Umfeld für Medien sei in Österreich aber stark und Medieneinrichtungen würden unabhängig funktionieren.
Während
die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien rechtlich
abgesichert sei, gebe es allerdings "Herausforderungen" bezüglich der
politischen Einflussnahme auf die Besetzung von Managementposten. Mangel
gebe es auch an einem umfassenden und durchsetzbaren Rechtsrahmen für den Dokumentenzugang, ein Gesetzesentwurf sei nicht vorangekommen.
Zu
den weiteren Empfehlungen der EU-Kommission gehört darüber hinaus der
Abschluss der rechtlichen Überarbeitung der Regeln für die
Parteienfinanzierung und
entsprechender Prüfmöglichkeiten für den Rechnungshof. Weiters sollte
Österreich wirksame Regeln zur Erklärung finanzieller Interessen für
Abgeordnete des Parlaments einführen, verbunden mit einem effizienten
Monitoring und
Sanktionsmechanismen. Der Rechtsrahmen für die Vergabe staatlicher
Werbung sollte auf allen Ebenen reformiert werden, um Fairness und Transparenz zu gewährleisten.
Grundsätzlich bescheinigt die EU-Kommission Österreich, dass sich die Effizienz des heimischen Justizsystems weiter verbessert habe, vor allem für Verwaltungsfälle, "und das Niveau der wahrgenommenen Justiz-Unabhängigkeit ist weiterhin sehr hoch". Eine Reihe wichtiger Reformbemühungen sei im Gange.