Die Mehrheit der Österreicher sieht das Ausmaß an Fleischkonsum kritisch. Die Österreicher sind der Meinung, dass hierzulande zu viel Fleisch gegessen wird. Drei von zehn Befragten besitzen dabei hin und wieder ein schlechtes Gewissen.
Denn nur 41 Prozent schätzen die Haltungsbedingungen für Nutztiere als gut ein, 43 Prozent als mittelmäßig. Sich selbst einzuschränken, das fällt vielen aber noch schwer. Das Online Research Institut Marketagent hat die Umfrage unter 800 Personen erhoben.
Drei Viertel der Österreicher fordern Verbesserung der Nutztierhaltung
Drei Viertel der Umfrageteilnehmenden fordern dringend eine Verbesserung der Nutztierhaltung. Grundsätzlich ist man aber Fleischkonsum alles andere als abgeneigt: Ebenfalls rund 75 Prozent essen mehrmals die Woche Fleisch und Wurst, 16 Prozent sogar täglich. Nur sechs Prozent verzichten völlig darauf. Von den Fleischessern können sich immerhin 27 Prozent laut eigenen Angaben "grundsätzlich vorstellen", gänzlich dem Fleisch zu entsagen.
Huhn wird von den Österreichern am liebsten verzehrt
Am liebsten wird laut dieser Umfrage Huhn
verzehrt (61 Prozent), vor Schwein (37 Prozent) und Rind bzw. Kalb (34
Prozent). Beim Kauf werde vor allem auf Frische und Qualität geachtet,
aber auch die Herkunft und eine artgerechte Haltung seien wichtig,
lauteten die Antworten. Dem in der Werbung vermittelten Bild von
Tierhaltung stehen viele ungläubig gegenüber: Mehr als jede und jeder
Zweite zweifelt, dass die Tiere frei grasen dürfen.
Mehrheit sieht Ausmaß an Fleischkonsum kritisch
Sechs von zehn Umfrageteilnehmenden sind der Meinung, dass das Fleischessen eingeschränkt gehöre. "Hier sieht
man eine große Diskrepanz: Einerseits wird eine Reduzierung des Konsums
gefordert und die Haltungsbedingungen werden kritisiert, andererseits
isst eine große Mehrheit mehrmals die Woche Fleisch", sagte Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl.
Minderheit der Österreicher kann sich für Fleischalternativen erwärmen
Für
die Ausweichoptionen kann sich bisher nur eine Minderheit erwärmen: 36
Prozent denken, dass es genügend schmackhafte Alternativen gibt.
Pflanzliche Ersatzprodukte auf Basis von Soja, Tofu oder Getreide sind
für die meisten keine echte Lösung: 26 Prozent meinen dazu vorsichtig:
"Vielleicht." Nur 22 Prozent sind "auf jeden Fall" bzw. "eher schon" von
Fleischersatz wie Sojaschnitzeln, veganen Würsteln oder vegetarischen
Laberln überzeugt. Die Zukunftsvision von im Labor gezüchtetem Fleisch
würden zwei von zehn grundsätzlich probieren.
Keine ausschließlich fleischlose Ernhährung für Kinder laut 66 Prozent der Befragten
Dass Kinder nicht
ausschließlich vegetarisch oder vegan ernährt werden sollten, weil ihnen
sonst "wichtige Nährstoffe fehlen", dieser Aussage stimmen 66 Prozent
völlig bzw. eher zu. Fast 62 Prozent halten Fleisch insgesamt für eine
ausgewogene Ernährung wichtig, 32 Prozent sind überzeugt, dass nur mit
tierischem Eiweiß im Sport Bestleistungen möglich sind. Knapp 48 Prozent
finden: "Menschen sind von Natur aus Fleischesser und sollten nicht auf
Fleisch verzichten" und ungefähr ebenso viele konstatierten: "Fleisch
schmeckt einfach am besten."
Ein Tier eigenhändig schlachten, um es zu essen - das geht für die Mehrheit gar nicht. Aber immerhin 24 Prozent meinen, sich vorstellen zu können, selbst ein Tier zu töten.