Während die Arbeitslosigkeit in Österreich im Wochenvergleich leicht gestiegen ist, gab es bei der Kurzarbeit einen deutlichen Rückgang, wie Arbeitsminister Kocher am Dienstag mitteilte.
Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Wochenvergleich leicht auf 296.825 Personen gestiegen, ein Plus von 2.046 Menschen. Gleichzeitig ist die Kurzarbeit deutlich auf 4.650 Personen zurückgegangen - vor einem Monat waren es noch 27.854 Kurzarbeiter. Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) sprach heute von einer weiterhin positiven Arbeitsmarktlage, der Anstieg der Arbeitslosigkeit liege in der für die Saison üblichen Schwankungsbreite.
"Die nun einkehrenden leichten Aufwärts- und Abwärtsbewegungen bei der wöchentlichen Arbeitslosigkeit sind im Juli und August üblich. Ein stärkerer Abwärtstrend am Arbeitsmarkt zeichnet sich derzeit noch nicht ab", so der Minister am Dienstag in einer Aussendung. Er rechnete vor: 2019 hat es 324.959 Arbeitssuchende gegeben, 2020 sind es im Jahresschnitt 440.080 gewesen, im Jahr 2021 dann 349.431, also deutlich mehr als die aktuell 296.825 arbeitssuchenden Personen.
Zur allgemeinen wirtschaftlichen Lage meinte der Arbeits- und Wirtschaftsminister, dass die hohe Inflation die Wachstumsaussichten im zweiten Halbjahr eintrüben. "Zusammen mit den Unsicherheiten bei der Energieversorgung, die sich ebenfalls erhöhen, müssen wir von einer sich weiter abschwächenden wirtschaftlichen Dynamik ausgehen, auch wenn die Maßnahmen der Bundesregierung zum Teuerungsausgleich und zur Sicherung der Energieversorgung ihre Wirkungen entfalten", so die Einschätzung des Ministers. Österreich dürfte jedenfalls "aus heutiger Sicht stärker wachsen als die meisten EU-Staaten".
Kocher verwies auf eine
Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI), das die
ökonomischen Effekte des Betriebs und der Instandhaltung historischer
Gebäude der Burghauptmannschaft (BHÖ) beleuchtet. Sein Fazit: "Der
Betrieb und die Investitionen in historische Gebäude des Bundes lösen in
Österreich umfangreiche Wertschöpfungseffekte aus und sichern mehrere
tausend Arbeitsplätze jährlich. So wurde 2019 durch die
Burghauptmannschaft und ihre historischen Gebäude über 3 Milliarden Euro
Wertschöpfung durch unmittelbare und mittelbare Effekte erzielt. Zudem
konnten durch den Betrieb der historischen Gebäude des Bundes und den
von ihnen ausgehenden Effekten auf den Tourismus in Summe mehr als
53.000 Beschäftigungsverhältnisse gesichert werden."