Die Übergriffe auf Mitarbeiter in öffentlichen Verkehrsmittel würden immer mehr und immer brutaler, beklagt die Gewerkschaft vida. Sie ruft dir Regierung zur Ausrichtung eines Gipfels zu dem Thema auf.
Die Gewerkschaft vida beklagt immer mehr und auch immer brutalere Übergriffe auf Mitarbeiter in öffentlichen Verkehrsmitteln. In einem offenen Brief fordern die Gewerkschafter deswegen neben mehr Personal und einer Verschärfung des Strafrahmens auch ein "Gipfel"-Treffen der Spitzen der zuständigen Ministerien mit Vertretern der Betroffenen.
Gipfel-Treffen zu Übergriffen auf Öffi-Mitarbeiter gefordert
Die Belegschaftsvertretungen würden über zunehmend schlimmer werdende Beschimpfungen, Drohungen sowie tätliche An- und Übergriffe berichten, denen die Bediensteten ausgesetzt seien. Dieses Bild habe ein vom vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit in Auftrag gegebener Rundruf ergeben. Besonders im Nachtverkehr gehe es in Zügen und Bussen bedrohlich zu: Beschimpfungen, Bedrohungen oder das "Vorhalten" eines Messers seien schon täglich zu verzeichnen, so Hebenstreit.
Staat müsse für "mehr Personal in Bahn und Bus sorgen"
Die
öffentliche Hand müsse daher "wieder für mehr Personal in Bahn und Bus
sorgen", denn treten Verkehrsbedienstete oder Kontrollorgane zu zweit
oder zu dritt auf, sei die Anzahl der Übergriffe geringer. Der
Strafrahmen bei Übergriffen auf Ordnungs-, Kontroll- und Aufsichtsorgane
- bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe von bis zu
360 Tagessätzen - müsse spürbar verschärft werden, da derzeit nicht
ausreichend abgeschreckt werde.
Aufruf zu Gipfel an Gewessler, Karner und Zadic
Verkehrsministerin Leonore
Gewessler (Grüne), Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und
Justizministerin Alma Zadić (Gründe) werden zur Ausrichtung eines
"Gipfels" ersucht. "Es gilt, gemeinsam entschlossen gegen die Angst um
Leib und Leben am Arbeitsplatz einzutreten", schreibt der
vida-Vorsitzende.
Die Unternehmen bemühen sich den Übergriffen gegenzusteuern
Auch in Unternehmen, die sich bemühten gegenzusteuern, seien derartige Vorkommnisse im Steigen. Betroffene würden deswegen "immer öfter das Handtuch werfen und sich beruflich umorientieren". "Vorfälle der beschriebenen Art kommen mit steigender Tendenz seit 2019 vor", heißt es im offenen Brief. Sie würden aber nicht flächendeckend erfasst. Spürbar verschärft habe sich die Situation jedenfalls mit der Kontrolle der , das Personal sei dabei allein gelassen worden, und während etwa Polizistinnen und Polizisten "niemals einzeln auftreten, ist das bei Beschäftigten im öffentlichen Verkehr der Regelfall".