In ein paar Tagen dürfte die Entscheidung der FPÖ für einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Bundespräsidentschaftswahl fallen.
Dass sich das Präsidium der Partei, das laut Statuten dafür zuständig ist, noch am Wochenende trifft, sei eher unwahrscheinlich, hieß es am Freitag aus Parteikreisen gegenüber der APA. Parteichef Herbert Kickl soll schon vor mehr als einer Woche eine Entscheidung für einen Kandidaten der FPÖ zur getroffen haben, die er aber nicht einmal im engsten Kreis preisgibt.
Entscheidung über FPÖ-Kandidat für BP-Wahl kommende Woche
Der Vorschlag Kickls für einen Kandidaten oder eine Kandidatin gilt daher als eines der bestgehüteten Geheimnisse derzeit in der Partei. Nicht einmal, wann das Präsidium aus diesem Grund zusammentritt, soll langfristig kommuniziert werden. Dessen Mitglieder müssen sich derzeit bereithalten, in einer wohl kurzfristig anberaumten Sitzung jederzeit über den Vorschlag Kickls abzustimmen. Zuletzt war die Rede von diesem Wochenende. Dazu dürfte es laut APA-Informationen wohl doch nicht kommen. Wahrscheinlicher ist Montag oder Dienstag darauf.
Kickls Spiel mit den Medien sorgt für Unmut in der Partei
Kickls
Spiel mit den - vor allem medialen - Erwartungen soll auch für Unmut
unter einigen Blauen sorgen, möchten diese das Kapitel doch so bald wie
möglich abgeschlossen sehen. Nicht jeder Freiheitliche misst dem Amt des
Bundespräsidenten einen derart hohen Stellenwert zu, vor Jahren noch
wollte die FPÖ dessen Abschaffung. Geändert dürfte sich das spätestens
seit dem - verlorenen - Match von Norbert Hofer gegen Alexander Van der
Bellen inklusive Wiederholungsspiel haben.
Möglichkeiten im Amt der BP-Präsidenten durch Krise vorgeführt
Und auch Ibiza- und haben den Freiheitlichen vorgeführt, was für Möglichkeiten im Amt des Bundespräsidenten schlummern. Worin man sich einig ist: Ein absoluter Gegenpol zu Van der Bellen soll aufgestellt werden, habe dieser doch nichts gegen die ihrer Meinung nach verfassungswidrigen Coronamaßnahmen oder Korruptionsvorwürfen gegenüber der ÖVP unternommen - was auch immer dies konkret hätte sein sollen.
Freiheitliche hätten genug potenzielle Bewerber
Potenzielle
Bewerber oder Bewerberinnen hätten die Freiheitlichen genug, um gegen
diese Zustände anzuwettern: Die am häufigsten kolportierte Susanne
Fürst, laut Kickl ein "ganz heiße Aktie", brächte zudem auch inhaltliche
Erfahrung als Verfassungssprecherin ihrer Partei und Mitglied im
U-Ausschuss mit, soll aber auch aus privaten Gründen zaudern. Mit dem
ebenso gehandelten Anwalt und "Krone"-Kolumnist Tassilo Wallentin wären
vor allem ideologisch gefestigte Blaue nicht besonders glücklich.
Nationalratsabgeordnete Petra Steger als potenzielle Kandidatin
Auch
die Nationalratsabgeordnete Petra Steger, Tochter des freiheitlichen
Urgesteins Norbert Steger, ist schon seit einigen Tagen im Gespräch als
Hofburg-Karte. Zugute kommen würden ihr das Alter, erreicht Steger doch
nur knapp vor dem Stichtag die 35 Jahre. Allerdings hat sie nicht nur
Freunde in der Partei. Zudem, so heißt es, sei der Name Steger in der
Partei nach wie vor umstritten. Ihr liberal gesinnter Vater war es, der
1986 von Jörg Haider, Kickls ideologischem Ziehvater, bei einem
Parteitag in Innsbruck gestürzt worden war.