Im Nationalrat wurde die Aufhebung der Indexierung der Familienbehilfe beschlossen. Damit ist ein Prestige-Projekt der türkis-blauen Bundesregierung Geschichte.
Einzig die Freiheitlichen lehnten die entsprechende Vorlage Mittwochmittag ab. Basis für den Beschluss war ein Spruch des EuGH. Gleichzeitig vereinbart wurde, ukrainischen Flüchtlingen Familienbeihilfe zukommen zu lassen. Die entsprechende Regel gilt rückwirkend mit dem Eintreffen in Österreich.
Die FPÖ zeigte sich in der Debatte einmal mehr verärgert in Sachen Indexierung, die ein richtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit gewesen sei, wie die Abgeordnete Edith Mühlberghuber befand. Das Urteil sei zwar zur Kenntnis zu nehmen. Dann sollte Österreich aber überhaupt keine Familienbeihilfe mehr ins Ausland bezahlen.
Bei der Indexierung
ging es darum, dass die Familienleistungen dem Lebensstandard im
Herkunftsstaat des Arbeitnehmers angepasst wurde, sofern die Kinder noch
dort lebten. Damit erhielten vor allem Kinder von osteuropäischen
Arbeitnehmern deutlich weniger Familienbeihilfe.
In einzelnen nord- und westeuropäischen Staaten wurde dafür eine höhere
Leistung als in Österreich ausbezahlt. Die muss nun allerdings nicht
refundiert werden, da sie in gutem Glauben verbraucht wurde.
Erfreut über den Beschluss zeigte sich die SPÖ, deren Abgeordnete Petra Wimmer darauf verwies, dass ihre Partei immer schon die Unrechtmäßigkeit der Indexierung
betont habe. So sei heute ein guter Tag für Familien. Die Grünen
mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, dass auch sie mit dem
Regierungseintritt für keine Aufhebung der Indexierung
gesorgt hätten. Freilich betonte ihre Familiensprecherin Barbara
Neßler, dass die bisherige Regelung "ethisch nicht vertretbar" gewesen
sei. Für NEOS-Mandatarin Fiona Fiedler stellte die Indexierung eine "massive Ungerechtigkeit" dar.
Seitens der ÖVP betonte die Abgeordnete Alexandra Tanda, dass das EuGH-Urteil selbstverständlich umgesetzt werde. Die Rückzahlung werde, so weit möglich, automationsgestützt und rasch erfolgen. Der Anspruch verfalle auch nicht.