Am Mittwoch startete der Nationalrat mit einer Debatte zum Teuerungsaugleich in seinen dreitägigen Sommerkehraus.
Gleich zu Beginn in der "Aktuellen Stunde" feierten ÖVP und Grüne bereits beschlossene Maßnahmen, während die SPÖ in einem "Dringlichen Antrag" am Nachmittag u.a. die Forderung nach einer Regulierung der Strompreise erhebt. Bis Freitag stehen in mehr als fünfzig Debatten gut 40 Gesetzesbeschlüsse an.
Regierung wende über 50 Milliarden Euro gegen die Teuerung auf
ÖVP-Klubchef August Wöginger hob hervor, dass man in den
kommenden Jahren mehr als 50 Mrd. Euro gegen die Teuerung aufwende, mehr
als zehn Mrd. davon bereits heuer. Er rechnete vor, dass dies einer
Mindestpensionistin fast 2.000 Euro bringe, einem Paar mit zwei Kindern
mehr als 2.800. Dass die SPÖ diesen Maßnahmen nicht zustimme, sei
beschämend. Elisabeth Götze von den Grünen pflichtete ihm bezüglich der
Dimensionen bei. Das Ausmaß der Hilfen sei so hoch, "da wird einem
schwummrig".
Beginn der Diskussionen zur Teuerung im Nationalrat
Bei der SPÖ sah man das anders. Kai Jan Krainer warf
der Regierung Zaudern und Wegsehen vor, es gebe Einmalzahlungen statt
Dauerlösungen. Am Nachmittag wird ein Dringlicher Antrag der
Sozialdemokraten an Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) debattiert, mit
dem sie ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Gefordert wird eine
Preissenkung für die wichtigsten Grundbedürfnisse, das Abschöpfen der
Übergewinne der Energiekonzerne sowie die Sicherung der Gasversorgung.
Dass Russland hier drosselt, ist für FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz dem "Wirtschaftskrieg" geschuldet, in den Österreich
gegen Russland geschickt werde, unter Opferung der Neutralität.
Ausbaden müsse dies die Bevölkerung. Putin-Versteher sei man bei den
Freiheitlichen aber nicht, beteuerte er: "Wir Freiheitliche sind Österreich-Versteher, und bei uns kommt die österreichische Bevölkerung an erster Stelle."
NEOS-Chefin sieht hohe Abhängikeit Österreichs von russischen Gas
NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sah hingegen in der hohen Abhängigkeit Österreichs
vom russischen Gas das Problem, wofür sie Politiker der Freiheitlichen,
aber auch von SPÖ und ÖVP verantwortlich machte. "Wer verrät unser Volk
und unser Land? Das sind Sie von der FPÖ und alle, die dieses schäbige
Spiel in den letzten Jahren gespielt haben."
Neben der Teuerung gibt es etliche Gesetze zu beschließen
Neben dem
Teuerungsthema gibt es auch etliche Gesetze zu beschließen, etwa ein
Paket, das Radfahrern mehr Rechte wie Rechtsabbiegen bei Rot gibt.
Reformiert wird die Rot-Weiß-Rot-Karte, indem Englischkenntnisse
aufgewertet werden und ein geringerer Verdienst zum Erhalt des Dokuments
genügt. Mehr Geld gibt es für Klein- und Mittel-Unternehmen zur
Linderung der Pandemie-Folgen. Eingeführt wird ferner ein
arbeitsmedizinischer Fachdienst, mit dem künftig auch Angehörige anderer
Gesundheitsberufe Begehungen machen dürfen.
Gewerkschaft demonstrierte am Josefsplatz
Vor Sitzungsbeginn
demonstrierte die Gewerkschaft am Josefsplatz, es ging um die
Elementarpädagogik-Milliarde. Die wird zwar erst am Freitag beschlossen,
der ÖGB sprach aber schon am Mittwoch von einer Mogelpackung.