Ein Prüfstand für Raketentriebwerke wurde von einem aus Studenten gebildeten "Space TEam" der Technischen Universität (TU) Wien in Betrieb genommen.
Damit lassen sich leistungsfähige Flüssigtriebwerke testen - eine wichtige Voraussetzung für die nächste Generation von Raketen, die die Studenten nun konstruieren möchte, teilte die TU am Mittwoch mit. Die Anlage passt auf einen Fahrzeuganhänger, damit die Tests sicher an entlegenen Orten wie Steinbrüchen durchgeführt werden können.
Wiener "Space Team" betreibt Prüfstand für Raketentriebwerke
Das "" der TU Wien hat in den vergangenen Jahren bereits Mini-Satelliten entwickelt, die ins All transportiert wurden, Raketen in Höhen von mehreren Kilometern geschossen und ist bei internationalen Wettbewerben gegen andere Uni-Teams angetreten. Nun wollen sie sich verstärkt Flüssigraketen widmen, wie sie auch von der NASA oder SpaceX verwendet werden.
Wiener "Space Team" entwickelte Mini-Satelliten
"Für
Studierendenteams ist das noch ungewöhnlich. Es gibt weltweit nur ganz
wenige Teams, die sich an das Thema Flüssigrakete heranwagen", erklärte
Taras Weinl vom "Space Team" in einer Aussendung. Der Grund dafür ist,
dass diese Technologie deutlich komplizierter ist. Im Gegensatz zu
Feststofftriebwerken, wo eine chemische Verbindung (Oxidator), die den
notwendigen Sauerstoff liefert, mit dem Brennstoff vermischt ist, gibt
es bei Flüssigtriebwerken getrennte Tanks für Brennstoff und
Oxidationsmittel.
Effiziente Verbrennung durch passende Treibstoffmischung
Um eine kontinuierliche, effiziente Verbrennung
zu ermöglichen, muss die passende Mischung der beiden Stoffe erzeugt
werden. Dafür kann man den Schub regeln und das Triebwerk abschalten und
erneut zünden. Kleinere solcher Triebwerke testet das "Space Team"
bereits seit einigen Jahren, mit der neuen Prüfanlage sollen nun auch
Testreihen für große Triebwerke durchgeführt werden. Verwendet wird
dabei Sauerstoff und Ethanol.
Prüfstand von Raketentriebwerken von TU Wien in Betrieb genommen
Der Prüfstand ist auf
Raketentriebwerke mit einem Schub von bis zu 25 Kilonewton ausgelegt.
Zum Vergleich: Ein Formel-1-Auto, das in 2,5 Sekunden auf 100 Kilometer
pro Stunde beschleunigt, hat einen Schub von etwa 8 Kilonewton.
Bei
den Tests sind die Studenten rund 100 Meter vom Teststand entfernt und
steuert den Ablauf am Computer. Sensoren überwachen den Ablauf aller
wesentlichen Prozesse und messen den erzielten Schub. Ein erster Versuch
im Juni lief den Angaben der Studenten zufolge erfolgreich.