Die SPÖ Burgenland hat auf die hohe Zahl der Flüchtlingsaufgriffe in der Grenzregion hingewiesen. Die Situation würde in vielen Gemeinden eskalieren. Man fordert Maßnahmen, auch auf EU-Ebene.
Dass die Zahl der Polizisten im Burgenland, wie von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) angekündigt, per Juli um 50 aufgestockt werde, sei "zu spät und zu wenig", kritisierte der Landtagsabgeordnete Ewald Schnecker bei einer Pressekonferenz. Es bräuchte rund 150 zusätzliche Exekutivbeamte.
"Eine Weinbäuerin steht im Weingarten und hat ein mulmiges Gefühl, Mädchen trauen sich am Radweg nicht mehr allein zu fahren und ein Schwammerlsucher findet lauter Gewand im Wald", das Migranten auf ihrer Flucht wechselten, solche Schilderungen würden ihn derzeit täglich erreichen, berichtete Roman Kainrath, Vizebürgermeister in Lutzmannsburg (Bezirk Oberpullendorf). "Auch in den umliegenden Gemeinden eskaliert die Situation. Die Menschen erwarten Lösungen von der Bundesregierung und auf EU-Ebene", betonte er.
Die Zahl der aufgegriffenen Flüchtlinge in den burgenländischen Grenzregionen beläuft sich auf täglich 100 bis 400, großteils seien es Menschen aus Syrien und Afghanistan. Schnecker rechnet damit, dass die Zahl bis Jahresende jene aus 2015 insgesamt überschreitet. "Polizei und Bundesheer sind im Dauereinsatz. Die Aufarbeitung funktioniert nur mehr aufgrund der hohen Leistungsbereitschaft", stellte er fest.
Die
SPÖ Burgenland fordert daher einen besseren Außengrenzschutz durch
Frontex und Verfahrenszentren außerhalb Europas mit raschen,
menschenrechtskonformen Verfahren. Bei einem negativen Asylbescheid
sollen Rückführungen auch tatsächlich stattfinden und bei einem
positiven Bescheid brauche es eine "faire Aufteilung auf alle
Mitgliedstaaten". Auch brauche es ein europäisches Asylverfahren mit
einer fairen Kostenaufteilung und rascheren Abwicklung.
Per 1.
Juli kommen 50 Polizisten aus anderen Bundesländern zur Unterstützung
ins Burgenland. Diese Aufstockung sei aber zu gering und erfolge zu
spät, kritisierte Schnecker. Er forderte eine Zahl von 150 sowie eine
Attraktivierung des Polizeiberufs.