Nach der Entscheidung der Regierung, das Kraftwerk Mellach zu einem Kohlekraftwerk umzurüsten, sind weiter viele Fragen offen.
Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat am Sonntag bekanntgeben, dass das Verbund-Kraftwerk Mellach in der Steiermark wieder auf den Betrieb mit Steinkohle umgerüstet werden soll. Obwohl die Umrüstung des Kraftwerks Mellach auf den Kohlebetrieb offenbar schon seit längerem im Gespräch war, sind die meisten Detailfragen aber noch ungeklärt.
So wollen sich weder Gewesslers Energieministerium noch der teilstaatliche Verbund mit einer Schätzung der erwarteten Kosten aus dem Fenster lehnen. Man sei gerade dabei die Details zu prüfen, sagte eine Verbund-Sprecherin am Montag auf APA-Anfrage. Neben dem technischen Aufwand werde man auch Mitarbeiter brauchen, die mit dem Betrieb eines Kohlekraftwerks vertraut sind - über diese Mitarbeiter verfüge man nach der Stilllegung im Frühjahr 2020 nicht mehr. Außerdem sei auch noch die Frage der Kohle-Beschaffung zu klären. Darüber hinaus brauche man für die Umsetzung des politischen Auftrags auch eine gesetzliche Grundlage.
Zwar ist die Höhe der Kosten noch
nicht spruchreif, klar ist aber, wer sie tragen wird: "Für die Kosten
der Ertüchtigung wird zur Gänze der Bundeshaushalt aufkommen", heißt es
dazu auf Anfrage aus Gewesslers Ministerium. "Die gesetzliche Grundlage
dafür wird bis Mitte Juli geschaffen. Um die Kosten für die
Bereithaltung zu tragen, gibt es mehrere Optionen. Sie sind derzeit
Gegenstand von Gesprächen mit dem Verbund."
Klar ist auch, das je nach Wirkungsgrad eines Kraftwerks beim Verbrennen von Kohle im Vergleich zu Gas bis zur doppelten Menge CO2 frei wird - darum soll das frühere und künftige Kohlekraftwerk Mellach auch nur im Notfall in Betrieb gehen. Was genau ein Notfall ist, ist laut Verbund-Sprecherin noch nicht definiert.