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Kohlekraftwerk Mellach soll reaktiviert werden

20-06-2022, 10:49

Das Fernheizkraftwerk Mellach in der Steiermark soll zu einem Kohlekraftwerk umgerüstet werden, um im Falle eines Gasmangels die Energieversorgung zu sichern. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 fordert, das Kraftwerk nur im Notfall einzuschalten.

Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat in der "ZiB 2 am Sonntag" nach einem "kleinen Krisenkabinett" angekündigt, dass das derzeit stillgelegte Fernheizkraftwerk Mellach in der Steiermark zu einem Kohlekraftwerk umgerüstet werden soll.

Kohlekraftwerk Mellach soll bei Gasmangel Strom und Wärme erzeugen

Das Fernheizkraftwerk Mellach südlich von Graz war das letzte Kohlekraftwerk Österreichs. Im Frühjahr 2020 wurde dort zum letzten Mal aus Kohle Strom erzeugt. Nun soll es wieder umgerüstet werden, damit es im Notfall, wenn zu wenig Gas zur Verfügung steht, wieder Kohle verbrennen kann. Das habe die Bundesregierung mit dem Verbund-Konzern vereinbart, teilte das Bundeskanzleramt mit. Die Umrüstung werde Monate dauern, sagte Gewessler, der Verbund-Konzern arbeite mit Hochdruck daran. Ziel sei es, die Abhängigkeit von Russland zu verringern um nicht erpressbar zu sein, sagte die Ministerin. "Das wird für Österreich Jahre dauern."

Global 2000 sieht den Einsatz des Kohlekraftwerks Mellach nur bei einem akuten Notfall vertretbar

Bei der Umweltschutzorganisation Global 2000 stoßen die Sonntagabend bekannt gegebenen Pläne für Unbehagen, weil bei Kohlestrom rund doppelt so viel CO2 in die Atmosphäre gepumpt wird wie bei Erdgas, was die Klimakrise anheizt. Der Kauf der Kohle dürfe keine Vorentscheidung für den Einsatz sein.

"Kohle ist die klimaschädlichste Energie und führt zu gesundheitsschädlichen Quecksilberemissionen und Feinstaub", sagte der Klima- und Energiesprecher von Global 2000, Johannes Wahlmüller am Montag. "Wenn jetzt über einen möglichen Einsatz des Kohlekraftwerks in Mellach diskutiert wird, dann sollte klar sein, dass es sich nur um zeitlich eng begrenzte, akute Notfälle handeln darf", so Wahlmüller.

Die Umweltschutzorganisation drängt auf viel mehr Tempo bei der Energiewende in Österreich. Energiepolitik müsse mehr sein als Notfallmaßnahmen zu erlassen.

(APA/Red)

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