2021 entfielen von Österreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur 4,1 Prozent oder 16,6 Milliarden Euro auf den Tourismus.
Die Wiener Reisebüros berichteten am Freitag von einem voraussichtlich gutem , die Verluste der Vorjahre seien aber schwer aufzuholen. "Der Sommer wird gut, aber ab Oktober wird es wieder schwierig", so Gregor Kadanka, Obmann der Fachgruppe Reisebüros in der Wiener Wirtschaftskammer. Wien würde derzeit bei rund 60 Prozent des Vorkrisenniveaus liegen. "Ich denke wir werden in den Sommermonaten insgesamt auf eine Auslastung von gut 80 Prozent kommen - quer durch die Branche", so die Einschätzung Kadankas. Die Fernmärkte - allen voran die USA - seien aber sehr zurückhaltend. "Je weiter man weg ist, desto näher an Wien scheint die Ukraine und damit der Krieg. Das merkt man auch besonders stark bei den Gruppenreisen", gibt Kadanka zu bedenken.
Wiener Reisebüros berichten von voraussichtlich guten Sommer
Im 2019 lag der BIP-Anteil noch bei 7,6 Prozent oder mehr als 30,3 Mrd. Euro. 2021 verzeichnete die heimische Hotellerie rund 79,6 Millionen Übernachtungen und 22,1 Millionen Gästeankünfte, womit sich die Zahlen auf die Werte von 1969 bzw. 1988 eingependelt hatten und somit bei der Hälfte des Vorkrisenniveaus lagen.
Anteil des Tourismus am BIP in Österreich 2021 bei nur 4,1 Prozent
2021 gab es im Vergleich zu 2020 um 18,7 Prozent weniger Nächtigungen und um 11,5 Prozent weniger Ankünfte im heimischen Tourismus, geht aus dem aktuellen Bericht des ehemals für Tourismusagenden zuständigen Landwirtschaftsministeriums hervor. "Bedingt durch Reisewarnungen und Lockdowns brachen 2021 die nominellen Exporte im heimischen Tourismus um 38,6 Prozent ein. Im europäischen Durchschnitt steigerte sich zur gleichen Zeit die Reisetätigkeit ausländischer Gäste hingegen um 14,3 Prozent", schreibt dazu die Parlamentskorrespondenz. Weiters heißt es dort: "Österreich fiel bei den internationalen Reiseverkehrseinnahmen in Europa folglich auf den 13. - und bisher schwächsten - Platz zurück (2020: Rang 6)."
2021 gab es im Vergleich zu 2020 um 18,7 Prozent weniger Nächtigungen
Im Jahresdurchschnitt 2021 waren 186.717
unselbstständig Beschäftigte im Bereich der Beherbergung und Gastronomie
tätig (plus 8.692 bzw. 4,9 Prozent gegenüber 2020). 52.600 Personen aus
dem Beherbergungs- und Gaststättenwesen waren 2021 arbeitslos gemeldet.
Diese Zahl war zwar um 26,2 Prozent geringer als 2020, lag aber immer
noch weit über dem Vorkrisenniveau. Auf der Nachfrageseite gab es 9.955
offene Stellen, um 11,6 Prozent über dem Vorkrisenjahr 2019 und um 94
Prozent über 2020.
Über 30 Mio. Euro für Tourismus aus Krisenbewältigungsfonds
Der Tourismuswirtschaft wurden aus dem COVID-19
Krisenbewältigungsfonds 2022 für das Testangebot "Sichere
Gastfreundschaft" über 30 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, 2020 waren
es noch gut 100 Mio. Euro gewesen und 2021 mehr als 108 Mio. Euro.
Weiters heißt es in der Parlamentskorrespondenz. "Mit Stand 30. April
2022 wurden hinsichtlich des Schutzschirms I auszuzahlende
Förderungsmittel in Höhe von insgesamt 12.737,200.000 Euro an die
Österreichische Hotel- und Tourismusbank als Abwicklungsstelle
überwiesen. Hinsichtlich des Schutzschirms II betrug die überwiesene
Summe 3,390.700 Euro."