In der ORF-"Pressestunde" blieb Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) beim weiteren zeitplan beim noch immer ausstehenden Klimaschutzgesetz, sowie bei Gas-Notfallplänen vage.
Beim Ausbau der Windkraft, die im Westen sehr schleppend verläuft, will Gewessler die Kompetenzen der Länder einschränken, genaueres dazu will sie morgen präsentieren. Einen nationalen Alleingang beim Aus für Verbrennungsmotoren schließt sie aus, vertraut aber auf die Autokäufer.
Umweltministerin Gewessler bleibt bei Gas-Notfallplan vage
Etwas
weniger Vertrauen setzt Gewessler in die Länder und deren
Geschwindigkeit beim Ausbau von Windparks, von denen keine einzige
Anlage in Salzburg, Tirol und Vorarlberg steht. Hierzu werde sie morgen
einen Plan präsentieren, der die Kompetenzen der Länder im
Bewilligungsverfahren einschränken wird. "Windrad ja, aber nicht bei
mir, dazu fehlt mir das Verständnis", so Gewessler am Sonntag.
Klimaschutzgesetz ist seit 527 Tagen überfällig
Zum
Klimaschutzgesetz, das seit 527 Tagen überfällig ist, betonte die
Ministerin die Komplexität der Materie. Es werde mit "Hochdruck" daran
gearbeitet, Fertigstellungsdatum nannte Gewessler keines.
Wirtschaft fordert Notfallplan ein
Beim vom
der Wirtschaft massiv eingeforderten Notfallplan, sollte das russische
Gas ausbleiben, verwies sie auf das Prozedere: Als erstes würde anhand
von fünf Kriterien evaluiert, welche Situation vorliegt. Dann werde
entschieden, welche Reaktion es braucht - und falls eine Energielenkung
notwendig werde, werde entschieden, wie stark man eingreifen müsse.
Dafür gebe es wiederum fünf Kriterien, aber grundsätzlich gelte: "Brot
vor Stahl." Es sei auch "logisch" dass man bei den Großverbrauchern in
der Industrie eingreife.
Rascher Ausstieg aus Abhängigkeit von russischem Gas "politische Lüge"
Dass ein rascher Ausstieg aus der
Abhängigkeit von russischem Gas eine "politische Lüge" wäre, wie das
kürzlich WKÖ-Chef Harald Mahrer gemeint hat, verneinte die Ministerin:
"Selbstverständlich nicht." Aber man sehe ja gerade, was die
Abhängigkeit von einem "Despoten im Kreml" bedeute. "Die Alternative zum
Ausstieg ist weiter zittern", betonte sie. Aber es sei klar, dass
Österreich auch 2030 noch Erdgas brauchen werde.
Kein schnelleres voranschreiten zu Verbrennerverbot für Pkw
Beim von der EU
geplanten Verbrennerverbot für Pkw ab 2035 sieht Gewessler wenig Sinn
darin, auf rechtsverbindlicher Ebene in Österreich schneller voran zu
schreiten. Schließlich würden die Auto-Zulassungen auf EU-Ebene
erfolgen. Die stark steigenden Zulassungszahlen von Elektroautos würden
es aber ohnehin ermöglich, früher aus dem Verbrennungsmotor
auszusteigen. Bei aufrechter Zulassung dürften jedenfalls Diesel- und
Benzinautos auch noch nach 2035 weiter fahren.
Überfüllte Züge bei ÖBB: Gewessler findet Reservierungspflicht nicht notwendig
Zu den überfüllten
Zügen bei den ÖBB meinte Gewessler in der "ORF-Pressestunde", dass es
keine Reservierungspflicht brauche. Die Bundesbahnen hätten bereits
"umfassend reagiert" und zu Stoßzeiten "Verstärkerzüge" eingesetzt. Zu
Stoßzeiten "fährt alles, was fahren kann", erklärte die Verkehrs-,
Klima- und Energieministerin.
NEOS: Die Klimakrise kennt keine Pause
Die NEOS sagten nach der
"Pressestunde" in Richtung Gewessler: Die Klimakrise kennt keine Pause,
die Klimaschutzministerin offenbar schon. "Es reicht nicht, die ÖVP als
Blockierer vorzuschieben. Es sind auch die Grünen, denen schlichtweg der
Mut zur Erneuerung fehlt, um beim Klimaschutz Meter zu machen.", so
Klimasprecher Michael Bernhard. Es brauche klare klimapolitische
Zielsetzungen und Reduktionspfade, "und die gehören besser gestern als
morgen auf den Tisch".
Kärnten nehme geplantes Zwangs-Aufstellen von Windrädern nicht hin
Der Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer
richtete der Ministerin aus: "Die Kärntner FPÖ wird die geplanten
Zwangs-Aufstellungen von Windrädern in Kärnten durch den Bund nicht
hinnehmen. Wir werden diesen Anschlag des Bundes auf unser schönes
Kärnten und den Tourismus mit allen Mitteln bekämpfen und uns wehren."