Maneskin möchten am Nova Rock mit ihrer neuen Single "Supermodel" "Käfige aufbrechen". Der Song gibt dem Sound der italienischen Senkrechtstarter eine neue Richtung.
Es geht ja nicht darum, den Hit "Zitti E Buoni" selbst zu kopieren, betonte die Band am Freitag im APA-Interview. "Wenn man nur ein Image vertritt und auf Nummer sicher geht, limitiert man sich. Dann kann man sich nicht mehr frei verwirklichen", sagte Sänger Damiano David.
Maneskin möchte am Nova Rock "Käfige aufbrechen"
Maneskin verstehen sich durchaus als Speerspitze einer offeneren künstlerischen Bewegung. "Wenn man sich ständig wiederholt, weil man Angst hat, bei Veränderungen seine Fans zu verlieren, dann gibt es keine Weiterentwicklung. Es gab eine Zeit des Stillstands in der Pop- und Rockmusik. Jetzt beginnen Künstler, Käfige aufzubrechen." Am zeigen sie genau diese Seite.
Junge Menschen entdeckten Rock durch Maneskin
Wegen Maneskin haben auch viele junge Menschen Rock
entdeckt: "Sie haben Rockmusik vielleicht gekannt", meinte Drummer
Ethan Torchio. "Aber sie dachten, das sind alles alte Bands. Und welcher
junge Mensch fühlt sich mit 40- oder 50-jährige Musikern verbunden? Mit
uns ist das was anderes. Wir sprechen die Jugend an. Und wir sind
verdammt gut", lachte der Schlagzeuger.
Keine Zurückhaltung bei Maneskin am Nova Rock
Weder optisch noch mit
ihrer Meinung und ihrem Engagement wollen sich Maneskin aus
Business-Gründen zurückhalten. "Es schauen so viele junge Menschen zu
uns auf, daher fällt es uns leicht, uns so zu geben, wie wir es für
richtig halten", sagte Bassistin Victoria de Angelis. "Es galt lange
Zeit der Grundsatz, dass sich Prominente nicht zu weit hinauslehnen
dürfen. Aber wir haben doch die Power und die Möglichkeit, aufzustehen
und Minderheiten zu unterstützen."
Arbeit an neuem Album
Die Gruppe arbeitet an einem
neuen Album. "Es wird unsere ganze Bandbreite repräsentieren. Wir haben
viel experimentiert, es gibt langsame Sachen, aber auch aggressive,
heavy Songs. Wir zeigen viele Seiten von uns", erzählte die Bassistin.
Damiano David ergänzte: "Wir haben mit Max Martin gearbeitet. Ziel war,
nicht alles zu ändern, aber etwas unserer Musik hinzuzufügen, was wir
selbst nicht realisieren hätten können. Wir sind keine Produzenten,
niemand von uns kann mit Pro Tools und solchen Sachen umgehen. Er hat
uns Vorschläge gemacht, und wir haben gemeinsam versucht, unseren Sound
noch interessanter zu machen. Das hat uns sehr inspiriert, wir haben
viel gelernt."
Maneskin zum ersten Mal auf den Festivalbühnen in Europa
Zum ersten Mal spielen Maneskin auf den großen
Festivalbühnen in Europa. "Das ist durchaus aufregend", betonte
Gitarrist Thomas Raggi. "Ob da jetzt 55.000 Fans oder 7.000 vor der
Bühne stehen, kümmert uns nicht so", fügte David hinzu. Man gebe immer
alles. "Es geht darum, Spaß zu haben und die Energie mit dem Publikum zu
teilen. Das konnten wir wegen Covid bisher nur über Kameras - auch
schön, aber es ist eben was ganz anderes als live zu spielen."
(Das Interview führte Wolfgang Hauptmann/APA)