Die Entalstungsmaßnahmen der Regierung, vor allem für Menschen mit wenigen Einkommen, sind noch im Sommer zu erwarten.
Teile des Anti-Teuerung-Pakets befinden sich bereits in der Endphase, wurde der APA am Donnerstag aus Regierungskreisen berichtet. In den einzelnen Punkten hat sich nichts geändert: Als erste rasche Maßnahme sind Einmalzahlungen bei Sozialleistungen wie Familienbeihilfe, Sozialhilfe und Arbeitslosengeld angedacht.
Einmalzahlungen zur Teuerung noch im Sommer zu erwarten
Diese Einmalzahlungen bedürfen keines Gesetzesbeschlusses und können rasch umgesetzt werden. Langfristige Änderungen wie etwa die jährliche Valorisierung von Sozialleistungen, die noch nicht jährlich der Inflation angepasst werden, sowie die Abschaffung der Kalten Progression sind komplexer und müssen in Gesetze gegossen und in Begutachtung geschickt werden. Sie können daher frühestens im Herbst umgesetzt werden.
Fix ist bereits die Verschiebung des CO2-Preises auf Oktober 2022
Für die bereits fix vereinbarte Verschiebung des
CO2-Preises von Juli auf Oktober und die Erhöhung des Klimabonus für
dieses Jahr von 100 bis 200 Euro je nach Wohnlage auf 250 Euro für alle
braucht es auch keinen Gesetzesbeschluss, das wird per Verordnung
geregelt. Die Anhebung des Bonus kostet 750 Mio. Euro und die
Verschiebung der CO2-Bepreisung 280 Mio. Euro. Damit wird alleine mit
diesen zwei Maßnahmen bereits eine Mrd. Euro an Entlastung seitens der
Regierung geleistet.
ÖVP und Grüne uneinig bei einer Spritpreis-Deckelung
Uneinig sind sich ÖVP und Grüne in der Frage
einer Spritpreis-Deckelung. Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne)
will davon nichts wissen und verweist auf die bereits umgesetzte
Anhebung des Pendlerpauschale und Pendlereuro. ÖVP-Klubobmann August
Wöginger kann einer Spritpreis-Bremse einiges abgewinnen, gibt aber zu,
dass das mit den Grünen nicht umsetzbar sei.
Gespräche der Regierung mit Sozialpartnern schleppend
Laut AK-Präsidentin
Renate Anderl verlaufen die Gespräche der Regierung mit den
Sozialpartnern sehr schleppend: "Sehr erfreut sind wir nicht. Aber es
gibt Ansätze, dass jetzt etwas getan wird", sagte sie am Rande einer
Pressekonferenz. In ihren Forderungen bestärkt sieht sie sich angesichts
einer gestern mit dem ÖGB veranstalteten Betriebsrätekonferenz mit über
3.200 Teilnehmern, AK und ÖGB stünden also nicht alleine da. "Es ist
dringend notwendig, dass vor dem Sommer etwas passiert. Wir hatten
gestern ein Gespräch, da wurde uns signalisiert, dass in den nächsten
ein, zwei Wochen tatsächlich etwas am Tisch liegt. Darauf warten wir und
schauen einmal, was nun wirklich passiert."
SPÖ-Finanzsprecher fordert Beitrag von Millionenvermögen
Zu Wort meldete sich
am Donnerstag neuerlich die Opposition. SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer
erneuert die Forderung seiner Partei, dass aus Millionenvermögen,
-erbschaften und -schenkungen ein substanzieller Beitrag zum
Staatshaushalt kommen soll. Die Schieflage im Steuersystem und in der
Einkommensverteilung werde immer größer, sagt Krainer. "Arbeit ist zu
hoch besteuert, leistungsloses Einkommen aus Vermögen viel zu niedrig."
Arbeit und Konsum tragen 85 Prozent des gesamten Steueraufkommens, nur
15 Prozent stammen von Unternehmen und Vermögen.
FPÖ_Familiensprecherin will Anpassung der Famileinbeihilfe
FPÖ-Familiensprecherin
Edith Mühlberghuber stellte im parlamentarischen Familienausschuss
einen Antrag betreffend "einer automatischen jährlichen Anpassung der
Familienbeihilfe an die Inflationsrate. Die Menschen brauchen jetzt
sofort Hilfe und nicht erst in den nächsten Monaten, so die
FPÖ-Familiensprecherin.
Pensionsverband fordert eine Pensionsanpassung schon ab Juli
Der Präsident des Pensionistenverbandes,
Peter Kostelka, forderte, dass die ab Jänner 2023 zu gewährende
Pensionsanpassung bereits ab Juli 2022 kommen soll. Würden die Pensionen
per Jahresmitte um fünf oder sechs Prozent plus angepasst werden, würde
das Bezieher einer 1.300 Euro-Pension 50 Euro bzw. 60 Euro netto im
Monat zusätzlich bringen, rechnet Kostelka vor.