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Bundesregierung sparte bei Werbung stark ein

15-04-2026, 15:34

Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 insgesamt 11,8 Millionen Euro für Medienwerbung ausgegeben und damit die Ausgaben gegenüber 2024 um etwa zwei Drittel reduziert. Dies geht aus den von der Medienbehörde KommAustria veröffentlichten Daten hervor. Insgesamt sind die meldepflichtigen Werbeausgaben der öffentlichen Hand von 417,5 Mio. Euro auf 384,3 Mio. Euro gesunken.

Der Rückgang der Regierungsinserate im ersten Halbjahr, mit 3,2 Mio. Euro auf einem Tiefpunkt, ist teilweise auf die späte Angelobung der Bundesregierung im März zurückzuführen. Im zweiten Halbjahr stiegen die Ausgaben auf 8,6 Mio. Euro, was jedoch nur die Hälfte des Betrags des Vorjahreszeitraums darstellt. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hat Einsparungen bei Inseraten angekündigt und plant stattdessen, stärker in klassische Medienförderungen zu investieren, wobei eine Reform des Fördersystems vorgesehen ist. Details hierzu sind noch nicht veröffentlicht.

Verteidigungs- und Innenministerium bei Ausgaben für Werbung an der Spitze

Am kräftigsten investierte das Verteidigungsministerium mit ca. 3,2 Mio. Euro in Werbung, gefolgt vom ebenfalls ÖVP-geführten Innenministerium (ca. 2 Mio. Euro). Dahinter folgen die beiden SPÖ-geführten Ministerien für Verkehr (ca. 1,3 Mio.) und Soziales (ca. 1,1 Mio.). Unvermindert kräftig warb die Stadt Wien. Sie senkte ihre Werbeausgaben in Höhe von ca. 23,3 Mio. Euro lediglich um etwas weniger als 3 Prozent gegenüber 2024. Das Land Oberösterreich schrumpfte seine Werbeausgaben um rund 7 Prozent auf ca. 5,8 Mio. Euro. Das Land Niederösterreich blieb mit ca. 3,7 Mio. Euro weitgehend stabil. Das Land Steiermark gab unter der neuen FPÖ-Führung deutlich weniger als noch 2024 aus (960.000 Euro, minus 62 Prozent). Etliche Millionen nahmen auch die Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (ca. 12,2 Mio. Euro), die Linz AG (ca. 12,4 Mio. Euro), die Verbund AG (ca. 8,7 Mio. Euro) oder auch der ORF (ca. 8,1 Mio. Euro) in die Hand.

Werbekosten der šöffentlichen Hand seit 2015.

36 Mio. Euro für Werbung an Plattformen

Der ORF findet sich mit ca. 25,8 Mio. Euro an der Spitze der Werbeempfänger durch die öffentliche Hand, musste aber einen Rückgang von fast 4 Mio. Euro einstecken. Bei den internationalen Giganten Google (ca. 15,9 Mio. Euro) und Meta (ca. 14,7 Mio. Euro) blieben sie dagegen fast stabil. TikTok konnte gar entgegen dem Trend leicht auf ca. 1,9 Mio. Euro zulegen. In Summe flossen gegenüber 2024 stabile ca. 36 Mio. Euro an diverse Plattformen wie etwa auch LinkedIn, Snapchat oder Spotify. Kräftig wurde abermals im Boulevardbereich geworben, wobei aber überall Rückgänge aufscheinen. So kam die "Kronen Zeitung" auf ca. 14,3 Mio. Euro und damit ca. 2,7 Mio. Euro weniger als 2024. "Heute" brachte es auf rund 8,6 Mio. Euro - ein Rückgang von 14 Prozent. Ähnlich hoch der Rückgang für die oe24 Media Group (früher Mediengruppe Österreich), die rund 8 Mio. Euro durch Werbeschaltungen der öffentlichen Hand einnahm.

Kräftiges Minus für viele heimische Medienhäuser

Einen leichten Rückgang auf hohem Niveau verzeichnete auch die auf Außenwerbung spezialisierte Gewista (ca. 18,1 Mio. Euro). Die Regionalmedien Austria (RMA) kamen mit Titeln wie "Mein Bezirk" auf ca. 10,7 Mio. Euro und damit 10 Prozent weniger als 2024. Kräftiger fiel das Minus bei weiteren Medienhäusern wie der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe aus, die auf ca. 6,1 Mio. Euro kam (-37 Prozent). Der "Kurier" hatte einen Rückgang von 20 Prozent auf ca. 6,7 Mio. Euro zu verdauen. Bei der "Kleinen Zeitung" ging es auf ca. 5,9 Mio. Euro (-17 Prozent) und beim "Standard" auf ca. 6,9 Mio. Euro (-16 Prozent) bergab.

(APA/Red)

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