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OeNB schraubt BIP-Prognose auf 0,5 Prozent herunter

Heute, 12:06

Die OeNB erwartet für das aktuelle Jahr nicht mehr ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent.

Der Iran-Krieg und die damit steigenden Energie-Rohstoffpreise trüben die Aussichten für das heimische Wirtschaftswachstum. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für das laufende Jahr nun ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, vor Weihnachten lag die Prognose noch bei 0,8 Prozent. Auch die Inflation dürfte heuer höher ausfallen als ursprünglich gedacht: Die Inflationsprognose (HVPI) der OeNB lautet nun auf 2,7 Prozent, davor waren es 2,4 Prozent.

Zum Vergleich: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) rechneten bei ihrer Prognose im Dezember 2025 noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 bzw. 1,0 Prozent für 2025. Die neuen Erwartungen werden Wifo und IHS am 10. April bekanntgeben.

"Nicht angebracht, in Panik zu verfallen"

Der Krieg und seine Auswirkungen seien sehr ernst, sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher am Dienstag zum Iran-Krieg. "Gleichzeitig ist es aber nicht angebracht, in Panik zu verfallen." Die positive Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn - vor Ausbruch des Krieges - sollte nur temporär gedämpft werden, schreibt die OeNB am Dienstag in ihrer Aussendung. Dies liege an den Energie-Rohstoffpreisen, die nach dem Start des Krieges zwar stark gestiegen seien, aber bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder sinken sollten. Für die kommenden zwei Jahre rechnet die OeNB daher wieder mit einem stärkeren Wachstum. Für 2027 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,0 Prozent erwartet, für 2028 sind es plus 1,1 Prozent.

©APA

Ebenfalls beeinflusst von den globalen Rohstoffpreisen wird die Inflationserwartung der OeNB. Die Notenbank rechnet damit, dass die Teuerung (HVPI) bis Mai auf über 3,0 Prozent steigt und dann bis Jahresende wieder auf rund 2,5 Prozent zurückkommt. Im Jahresschnitt wird damit eine Inflationsrate von 2,7 Prozent erwartet. Für die beiden Folgejahre wird wieder ein Rückgang der Inflationsrate auf 2,3 (2027) und 2,1 (2028) Prozent prognostiziert. Wegen der hohen Unsicherheit rund um den Iran-Krieg gebe es allerdings erhebliche Aufwärtsrisiken für die Erwartungen.

Generell seien die Prognosen wegen des Krieges mit hoher Unsicherheit behaftet. "Die weitere Entwicklung des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und seine Auswirkungen auf die Energiepreise, die Finanzmärkte und das Vertrauen der Wirtschaftsakteure sind aktuell höchst unsicher", sagte OeNB-Gouverneur Kocher.

(APA/Red)

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