Die finanzielle Situation der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Laut aktuellen Jahresberichten sind die Rücklagen praktisch aufgebraucht und ein Ende der Defizite ist nicht in Sicht.

Die finanzielle Situation der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Laut aktuellen Jahresberichten sind die Rücklagen praktisch aufgebraucht und ein Ende der Defizite ist nicht in Sicht.
Noch im Jahr 2020 verfügte die ÖGK über Rücklagen von rund 1,4 Milliarden Euro. Ende 2024 reichten die Mittel jedoch nicht einmal mehr aus, um das Jahresdefizit zu decken. Konkret wurden ungedeckte Rücklagen von rund 25 Millionen Euro ausgewiesen.
Auch die gesetzlich vorgesehene Leistungssicherungsrücklage ist laut Berichten nicht mehr vorhanden.
Seit mehreren Jahren schreibt die Gesundheitskasse hohe Verluste:
Für die kommenden Jahre fällt die Prognose noch düsterer aus: Bis 2028 rechnet die ÖGK mit einem jährlichen Minus von rund 948 Millionen Euro.
Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer sieht vor allem den demografischen Wandel als großes Problem. Die Liquidität werde zunehmend schwieriger sicherzustellen.
Auch andere Fachleute gehen davon aus, dass Einschnitte kaum zu vermeiden sind. Florian Bachner von der Gesundheit Österreich GmbH betonte, dass ohne zusätzliche Mittel oder Anpassungen bei Leistungen langfristig keine Stabilisierung möglich sei.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann stellte klar, dass für die Jahre 2027 und 2028 derzeit keine weiteren staatlichen Zuschüsse vorgesehen sind.
Damit rücken strukturelle Reformen und mögliche Leistungskürzungen stärker in den Fokus der politischen Diskussion.
Die Defizite der ÖGK haben mehrere Ursachen. Besonders stark gestiegen sind:
Die Ausgaben wachsen deutlich schneller als die Einnahmen aus Beiträgen.
Angesichts der angespannten Lage hat die ÖGK bereits erste Maßnahmen beschlossen:
Diese Änderungen stoßen jedoch auf Kritik von Opposition, Interessenvertretungen und Sozialorganisationen.
Eine Insolvenz der ÖGK gilt laut Experten als ausgeschlossen. Dennoch steht das System vor grundlegenden Entscheidungen.
Derzeit laufen Gespräche über Reformen und ein nachhaltiges Finanzierungsmodell. Ohne tief greifende Änderungen dürfte der Druck auf Versicherte weiter steigen.
(Red.)
