Rund 30 Prozent der weltweiten Landfläche sind von Wald bedeckt, in Österreich liegt dieser Anteil mit etwa 48 Prozent deutlich darüber. Am Samstag wird weltweit der "Tag des Waldes" begangen, um die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Wäldern hervorzuheben. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) betonte in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle der Wälder "als Lebensraum, Rohstoffquelle und Wirtschaftsfaktor".
Das diesjährige Motto lautet "Wälder und Wirtschaft". Es wird von der Collaborative Partnership on Forests (CPF), einem Zusammenschluss internationaler Organisationen wie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), festgelegt. "Unsere Wälder sind wertvolle Schätze. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, stellen den nachhaltigen Rohstoff Holz bereit und stärken die ländlichen Regionen. Durch eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung können wir die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile unserer Wälder verantwortungsvoll nutzen und sie für künftige Generationen bewahren", sagte Totschnig.
Österreich zählt zu den waldreichsten Ländern Europas. Insgesamt erstrecken sich die heimischen Wälder über mehr als vier Millionen Hektar mit einem Holzvorrat von rund 1,17 Milliarden Vorratsfestmetern. Sie erfüllen zahlreiche Funktionen: Sie liefern den nachwachsenden Rohstoff Holz, schützen vor Naturgefahren, filtern Wasser, reinigen die Luft und tragen als Kohlenstoffspeicher wesentlich zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig sind sie wichtige Erholungsräume und Grundlage einer nachhaltigen Bioökonomie.
Eine nachhaltige Bewirtschaftung gilt als entscheidend für die Zukunft der Wälder. Über den Waldfonds wurden laut Ministerium bereits 10.600 Hektar erstdurchforstet und mehr als 16.500 Hektar Jungbestand gepflegt. Zudem wurde die Aufforstung von rund 29,5 Millionen "klimafitten" Forstpflanzen unterstützt. Die Forst- und Holzwirtschaft sichert entlang der gesamten Wertschöpfungskette hunderttausende Arbeitsplätze, insbesondere im ländlichen Raum. Holz gewinnt zudem als klimafreundlicher Baustoff an Bedeutung, da es CO2 speichert und energieintensive Materialien ersetzen kann. Laut Totschnig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte den Erfolg der nachhaltigen Forstpolitik: Seit 1961 ist die Waldfläche in Österreich um rund 330.000 Hektar gewachsen.