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Ermittlungen nach Suizid in Justizanstalt Stein: Wurde zu wenig kontrolliert?

Heute, 12:59

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Suizid im Hochsicherheitstrakt der Haftanstalt Stein gegen zwei Justizwachebeamte wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs aufgrund unzureichender Kontrollen.

Nach dem Suizid eines Insassen im Hochsicherheitstrakt der Haftanstalt Stein in der Nacht auf vergangenen Freitag ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Justizwachebeamte. Die Erhebungen drehen sich um den Verdacht des Amtsmissbrauchs, sagte Erich Habitzl, Sprecher der Wiener Neustädter Anklagebehörde, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Geprüft wird, ob die Beschuldigten zu wenig Kontrollen durchgeführt haben.

Abwarten auf Obduktionsergebnis

Ein Obduktionsgutachten liege noch nicht vor, teilte Habitzl weiter mit. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren von der ortszuständigen Anklagebehörde in Krems nach Wiener Neustadt übertragen, um eine sogenannte Anscheinsbefangenheit zu vermeiden.

Mögliche Vernachlässigung der Dienstpflichten

Nach dem Suizid des Mannes wurden am Montag Justizwachebeamte vorläufig suspendiert. Einer internen Prüfung zufolge bestehe der Verdacht schwerer Dienstpflichtverletzungen sowie gerichtlich strafbarer Handlungen, informierte das Justizministerium. Eine Sachverhaltsdarstellung wurde an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Dem Ministerium zufolge sollen Bedienstete u. a. ihren vorgeschriebenen Kontrollpflichten der Hafträume nicht nachgekommen sein.

(APA/Red)

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