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Ruf nach tierfreundlichen Gärten

Heute, 11:15

Wo früher Igel im Gebüsch raschelten und Wildbienen summten, herrscht nun oft Stille. Schottergärten und sterile Rasenflächen rauben Wildtieren, Vögeln sowie Insekten ihre Lebensgrundlage. Der Österreichische Tierschutzverein forderte daher am Donnerstag, Gärten wieder zu kleinen Tierparadiesen zu machen.

Schon kleine Veränderungen helfen Igeln, Bienen und Spatzen.

Landwirtschaft, Bodenversiegelung

Intensive Landwirtschaft und Bodenversiegelung haben Hecken, Gebüsche und artenreiche Wiesen weitgehend beseitigt. Wildtiere wie der Igel wandern deshalb immer öfter in Siedlungsgebiete ab. Doch moderne Gärten sind mit grauen Zäunen, perfekt getrimmtem Rasen und versiegelten Flächen allzu oft nicht tierfreundlich.

Das lokale Artensterben ließe sich bremsen, wenn wir unsere Gärten wieder "wilder" werden lassen. Weg mit den Schottergärten und mehr naturnahe Bereiche. Schon kleine Schritte wirken lokal gegen das Artensterben. "Wer eine Ecke im Garten verwildern lässt, schafft sofort ein Paradies für kleine Säugetiere, Amphibien, Vögel und Nützlinge wie Wildbienen und Schmetterlinge", weiß Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.

Laut einer Studie können schon vier Quadratmeter Wildblumenwiese die Insektenanzahl um bis zu 126 Prozent steigern - besonders Hummeln und Wildbienen profitieren. Flache Wasserschalen mit Steinen bieten Igeln, Vögeln und Insekten einen sicheren Durstlöscher und verhindern Ertrinken. Weg mit dem Mähroboter, der eine Todesfalle für Igel darstellt. Tagsüber nutzen oder ganz darauf verzichten.

Für Igel wie Fünf-Sterne-Hotel

Keine Pestizide: Chemische Keulen töten nicht nur Unkraut, sondern zerstören auch die Insektennahrung von Igeln und Vögeln. Heimische Blütenpracht statt Einheitsgrün lockt Schmetterlinge und Bienen an. Das sieht wunderschön aus und stärkt die Nahrungskette für Wildtiere. Ein Haufen aus Reisig oder alten Laubblättern ist für einen Igel wie ein Fünf-Sterne-Hotel. Hier findet er Schutz vor Feinden und ein sicheres Quartier für den Winter.

Schnittreste von Hecken und Bäumen nicht entsorgen. Eine Benjeshecke - zwei Reihen Pfähle oder Äste, gefüllt mit Schnittmaterial - schafft einen naturnahen Rückzugsort, zum Beispiel für Fledermäuse, Amseln und Marienkäfer.

(APA/Red)

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