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Wenn Licht und Lärm unerträglich werden: Migräne frühzeitig erkennen

Heute, 10:06

Migräne betrifft weltweit etwa 12 bis 13 Prozent der Bevölkerung, allein in Österreich leiden über eine Million Menschen daran. Eine gesicherte Diagnose durch einen Neurologen ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung mit modernen Medikamenten.

Migräne ist mittlerweile durchaus gut behandelbar. Voraussetzung für eine wirksame Therapie ist aber eine gesicherte Diagnose, die am besten durch einen Neurologen gestellt wird. Nur dann können moderne, hochwirksame Medikamente zur Attackenvorbeugung verschrieben werden. Beim Erkennen möglicher Symptome kann eine Migräne-Checkliste helfen. "Wenn jemand Symptome, die in der Checkliste angeführt sind, bei sich bemerkt, sollte er keine Zeit verlieren", rät der Neurologe Manfred Eder.

Das sind die wichtigsten Symptome bei Migräne

Die wichtigsten Symptome sind pulsierende, pochende oder stechend-bohrende Kopfschmerzen und ein meist einseitig auftretender Schmerz, erläuterte er am Donnerstag in einer Aussendung. Der Schmerz verschlimmert sich schon bei geringer körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Stiegensteigen. Es handelt sich um starke bis sehr starke Schmerzintensität, mitunter gepaart mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Auch die Frage nach Migräne in der Familie ist zu stellen. Die Neigung zu der Krankheit kann vererbt werden.

Migräne mit Aura

Migräneattacken können von vorübergehenden Sehstörungen und neurologischen Ausfällen angekündigt werden – meist fünf bis 60 Minuten vor Auftreten des Kopfschmerzes. Dies nennt sich Aura. Dabei können visuelle, sensorische und sprachliche Veränderungen auftreten. Mögliche Symptome sind flimmerndes Sehen, Gesichtsfeldausfälle sowie farbige, blendende Kreise, Vierecke oder Zickzacklinien oder Lichtblitze.

Als Gefühlsstörungen einer Migräne mit Aura sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl, beginnend zumeist in den Händen mit Ausbreitung auf Arme und Gesicht, möglich. Sprachstörungen können eine verwaschene Aussprache, Wortfindungsstörungen und sehr selten Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen betreffen.

Neurologe: "Attacken können richtig schlimm sein"

"Migräne-Attacken können richtig schlimm sein", betonte Eder, niedergelassener Neurologe in Groß-Enzersdorf. Die Beschwerden sind "oftmals so massiv, dass die Betroffenen überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können. Egal ob Arbeit, familiäre Aufgaben, Verabredungen mit Freunden – alles muss abgesagt werden. Man möchte nur mehr liegen und das am besten in einer vollkommen reizarmen Umgebung, wie einem abgedunkelten, ruhigen Raum. Ein Zustand, der von einigen Stunden bis zu drei Tagen andauern kann", erläuterte der Migränespezialist.

Eine Million Betroffene in Österreich

12 bis 13 Prozent der Bevölkerung leiden weltweit daran, also eine knappe Milliarde Menschen. In Österreich wird die Lebensqualität von über einer Million Menschen durch immer wiederkehrende Migräneattacken stark in Mitleidenschaft gezogen. Bleibt Migräne unbehandelt, kann sie sich zu einem chronischen Problem entwickeln und das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen schwer beeinträchtigen. "Migräne wird von Außenstehenden leider oft nicht ernst genommen und in der Folge auch von Betroffenen, vor allem wenn sie sehr leistungsorientiert sind, häufig bagatellisiert", warnt der Neurologe. "Sowohl bei der Behandlung einer Migräneattacke als auch zur Vorbeugung, also um die Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle zu reduzieren, haben wir heute verschiedene hochwirksame Medikamente zur Hand", informierte er.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder dem Verdacht auf Migräne sollte stets eine qualifizierte medizinische Fachperson konsultiert werden.

(APA/Red)

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