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Ex-ORF-Chef Weißmann klagt mehrere Personen

17-03-2026, 13:11

Roland Weißmann lässt eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen, da der Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten mehrerer Personen im Zusammenhang mit seinem Rücktritt als ORF-Generaldirektor besteht. Anwalt Norbert Wess machte keine Angaben zur Anzahl der Personen oder zu den möglichen Tatbeständen. Die Anzeige soll bald erfolgen.

Ex-ORF-Chef Weißmann beauftragte Anwalt Wess mit der Prüfung eines Falls, nachdem eine Mitarbeiterin Fehlverhalten seitens Weißmanns und seinen Rücktritt gefordert hatte. Sie wandte sich an ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Lederer und dessen Stellvertreter Schütze. Weißmann wurde angewiesen, die vorgelegten Beweise zu prüfen. Ein Drängen auf seinen Rücktritt gab es laut Lederer nicht.

Ex-ORF-Chef Weißmann bestreitet Vorwürfe

Weißmann sieht das anders und bestreitet die Vorwürfe. Er ließ am Freitag mitteilen, dass die Beziehung zu der Frau "in beidseitigem Interesse" gewesen sei und er bis heute keinen Überblick über das der ORF-Stiftungsratsspitze vorgelegte Material habe. Auch sei er vom ORF - derzeit ist Weißmann beurlaubt - bisher nicht angehört und von Lederer zum Rücktritt gedrängt worden. Im ORF hat mittlerweile Ingrid Thurnher vorläufig die Geschäfte des ORF-Generaldirektors übernommen. Sie kündigte "volle Transparenz" an und will sicherstellen, dass es "keine Form des Machtmissbrauchs in diesem Unternehmen geben darf". Der ORF-Stiftungsrat empfahl der Neo-Chefin die Beiziehung einer externen Firma zur Unterstützung bei der Aufklärung und die Einrichtung einer Taskforce zu Führungskultur. Die Compliance-Stelle im ORF soll sich mit den Vorwürfen gegen Weißmann befassen. Ob sie das bereits tut, blieb am Dienstag auf APA-Anfrage vom ORF unbeantwortet.

Strobl: "Unsinnige Theorien"

Indes wies der ORF-Manager Pius Strobl vor wenigen Tagen Spekulationen gegenüber dem "Kurier" zurück, wonach er mit der Frau, die die Vorwürfe erhoben hat, liiert sei. Sie sei weder seine Freundin noch Lebensgefährtin. Er ortet "unsinnige Theorien", mit denen "aktiv eine Täter-Opfer-Umkehr" betrieben werde. Strobl bestätigte allerdings bereits zuvor, dass er eine ihm 2010 vom damaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz genehmigte Pensionsregelung einklagen müsse. Weißmann verweigere ihm diese. Thurnher bestätigte am Wochenende gegenüber der "Kronen Zeitung", dass der ORF diese Ansprüche bestreite. Daran habe sich auch nichts durch ihre vorläufige Übernahme des Chefsessels geändert. Eine Rechtsanwaltskanzlei und ein Universitätsprofessor hätten die Vereinbarung Anfang 2022 überprüft. "Beide kamen zum Ergebnis, dass diese nicht wirksam zustande gekommen ist", so Thurnher.

Westenthaler will Sondersitzung

Der von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler wandte sich am Montag an seine Gremienkolleginnen und -kollegen und sprach sich für eine außerordentliche Sitzung aus. Er sieht gegen Vorsitzenden Lederer "schwerste Vorwürfe" vorliegen, die rasch geklärt werden müssten. Lederer ließ die Vorwürfe rund um eine mutmaßliche Intervention bei "profil" nach einer nicht genehmen Coverstory über den ORF und einer Beratungstätigkeit für einen Anwalt zu nicht genehmen ORF-Berichten bereits zurückweisen.

(APA/Red)

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