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Eingriffe in Spritpreise für Wifo-Chef Felbermayr noch verfrüht

Heute, 11:31

Die Ölpreise stiegen in der Nacht auf Montag stark an. Der Brent-Rohölpreis erreichte fast 120 Dollar, fiel jedoch am Vormittag auf knapp 100 Dollar zurück. Dies beeinflusst die Spritpreise, die seit dem Iran-Krieg deutlich gestiegen sind. Die Regierung untersucht die Preissteigerungen, doch laut Wifo-Chef Gabriel Felbermayr ist ein Eingriff noch verfrüht.

"Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre", so Wifo-Chef Felbermayr am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Das Gespräch". Zwei Euro pro Liter Diesel seien aus seiner Sicht noch nicht genug für einen Eingriff, "aber danach wird es wahrscheinlich relativ schnell kritisch", so Felbermayr weiter. Am gestrigen Sonntag kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,894 Euro, für Super mussten 1,689 Euro an der Zapfsäule gezahlt werden. Die E-Control erhebt die Spritpreise einmal täglich in der Früh für den Vortag.

Spritpreise sind politische Preise und beeinflussen Inflation

Generell sei der Spritpreis "ein sehr politischer Preis", der auch stark auf die Inflationsentwicklung wirke. IHS-Chef Holger Bonin rechnete bereits am vergangenen Freitag in der "ZIB2" - das war noch vor dem weiteren Anstieg des Ölpreises - damit, dass die Preisentwicklung beim Treibstoff die Inflation jedenfalls um 0,4 Prozentpunkte erhöhen werde. Im Februar betrug die Inflationsrate in Österreich laut vorläufiger Prognose der Statistik Austria rund 2,2 Prozent. Im Hinblick darauf könnten Eingriffe in die Spritpreise notwendig werden. "Wenn wir eines gelernt haben 2022 bzw. 2023, dann ist das, dass wir das Durchrauschen-Lassen der Inflation nicht wieder machen sollten", so Felbermayr.

In US-Dollar je Barrel, Nordseesorte Brent.

Die Frage sei jedoch, wie genau eingegriffen werden soll. "Da wird man scharf nachdenken müssen". Aus anderen Ländern gebe es Beispiele, welche Eingriffe nicht funktioniert haben: Der Tankrabatt in Deutschland mittels Senkung der Mineralölsteuer sei bereits nach wenigen Monaten nicht mehr für den Staat leistbar gewesen, die Preiseingriffe direkt an den Zapfsäulen in Ungarn hätten wiederum zu langen Warteschlangen an den Tankstellen geführt. Die Regierung prüft aktuell die Preissteigerungen an den Tankstellen. Von den Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ wurden vergangene Woche bereits Rufe nach Preiseingriffen laut.

Konjunkturprognose könnte revidiert werden

Wegen des Iran-Kriegs und des rasanten Öl- und Gaspreisanstiegs könnte auch die für 10. April angekündigte Konjunkturprognose des Wifo und des IHS revidiert werden müssen. Die Ökonomen des Wifo gingen in ihrer letzten Prognose im Dezember 2025 für 2026 von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent und für 2027 von einem Plus von 1,4 Prozent aus.

Die Volkswirte nahmen in ihrer damaligen Prognose für das Gesamtjahr 2026 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von 62 Dollar pro Barrel an und einen TTF-Erdgaspreis von 29 Euro je MWh an. Zum Vergleich: Der europäische Gas-Future für eine Lieferung im April notierte am Montagvormittag bei 60,80 Euro (+14 Prozent). Der Brent-Ölpreis lag Montagmittag bei 104 Dollar.

(APA/Red)

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