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Trump-Zölle bremsen heimische Wirtschaft

Heute, 08:43

US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle angedroht, während die Auswirkungen der im Februar eingeführten 10-Prozent-Zölle auf EU-Waren sichtbar werden. In Österreich könnte dies die Wirtschaftsleistung um 0,11 Prozent reduzieren. In der gesamten EU wird ein durchschnittlicher Rückgang des BIP um 0,26 Prozent prognostiziert, wie eine Studie von ASCII und WIFO zeigt.

Österreichs Wirtschaft ist von den Exporten in die USA wenig direkt betroffen. Bedeutender sind die indirekten Effekte durch europäische Produktionsnetzwerke. Reduzieren große EU-Volkswirtschaften ihre Produktion, sind österreichische Zulieferer direkt betroffen, so Asjad Naqvi vom ASCII und WIFO. Auswirkungen werden in drei bis sechs Monaten erwartet. Anpassungen der Lieferketten sind dabei nicht berücksichtigt.

Trump-Zölle betreffen Bergbau und Rohstoffgewinnung stark

Vor allem vorleistungsintensive und international eng verflochtene Industrien sind in Österreich laut der Studie betroffen. Mit minus 0,58 Prozent sind die größten Rückgänge im Bergbau und der Rohstoffgewinnung zu erwarten. Aber auch bei der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (-0,51 Prozent), der Metallerzeugung und -bearbeitung (-0,30 Prozent) sowie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (-0,21 Prozent). In der Textilindustrie und bei nicht-metallischen Mineralerzeugnissen könnte es zu einem Rückgang um 0,21 bzw. 0,20 Prozent kommen. Moderat betroffen sein werden den Angaben zufolge die sonstigen Warenherstellungen sowie der Transportsektor mit einem Rückgang um je 0,14 Prozent. Der Maschinenbau sollte mit einem Minus von 0,01 Prozent hingegen glimpflich davonkommen.

Länder mit einer starken industriellen Basis könnten spürbare Einbußen verzeichnen. Für Deutschland und Italien rechnen die Ökonomen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,13 Prozent, für Frankreich mit 0,14 Prozent. Vor allem Deutschland und Italien sind für Österreichs Zulieferer wichtige Exportmärkte. "Gerade in stark verflochtenen Industrien wirken sich selbst kleine Nachfragerückgänge in großen EU-Ländern überproportional auf österreichische Zulieferer aus", sagte der stellvertretender ASCII-Direktor Klaus Friesenbichler. Die Ökonomen von Wifo und ASCII empfehlen, auf mehrere Exportmärkte zu setzen. Besonders betroffene Industriesegmente müssten unterstützt werden, etwa durch Innovationsförderung, Investitionen in technologische Modernisierung und eine strategische Standortpolitik. Im Binnenmarkt ist laut den Ökonomen eine koordinierte europäische Industrie- und Handelspolitik notwendig.

(APA/Red)

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