Zu politischen Willensbekundungen und Forderungen ist auch in diesem Jahr der Frauentag am 8. März genutzt worden.
Dabei waren sich die politischen Parteien zumindest darin einig, dass auf dem Weg in Richtung Gleichstellung noch einiges zu tun gibt. Sowohl die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ, als auch die FPÖ sorgten sich in Aussendungen außerdem über die zunehmende Gewalt gegenüber Frauen.
"Wir müssen weiter daran arbeiten, Mädchen und Frauen in allen Lebens- und Berufsfeldern zu stärken und sichtbarer zu machen", lautete die Forderung von ÖVP-Frauensprecherin Juliane Bogner-Strauß. Frauen sollten ein selbstbestimmtes Leben führen, in dem sie ihre Vorstellungen frei verwirklichen können. "Dafür braucht es echte Wahlfreiheit bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", umfassende Bildungs- und Fortbildungsangebote, flächendeckende Kinderbetreuung und einen konsequenten Schutz vor Gewalt."
Einen "Kampftag" sieht die SPÖ-EU-Abgeordnete und frauenpolitische Sprecherin Elisabeth Grossmann im Weltfrauentag: "Er erinnert uns daran, dass kein frauenpolitischer Fortschritt je vom Himmel gefallen ist." Viel sei zwar bereits erreicht worden, "doch der Kampf für echte Gleichstellung ist noch lange nicht vorbei". Gerade jetzt würde man weltweit einen "gefährlichen Backlash" gegen Frauenrechte sowie einen besorgniserregenden Anstieg bei Anti-Gender-Bewegungen erleben.
Für die Freiheitlichen äußerte sich unter anderem die Wiener FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann. Sie forderte, Frauenpolitik wieder stärker in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu rücken: "Gerade am Weltfrauentag wird deutlich: Echte Frauenpolitik ist heute wichtiger denn je. Frauenpolitik darf nicht zur Nebensache werden und auch nicht in ideologischer Genderpolitik untergehen." So seien Frauen etwa über den gesamten Lebensverlauf hinweg häufig finanziell benachteiligt.