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Zehntausende Unfalltote in 65 Jahren

Gestern, 09:28

Seit 1961 werden hierzulande Verkehrsunfälle systematisch erfasst.

In diesen 65 Jahren gab es laut ÖAMTC insgesamt 2,7 Millionen Unfälle mit Personenschaden, bei denen 3,6 Millionen Menschen verletzt und 87.308 tödlich verunglückt sind. Im heurigen Jahr wurden bis inklusive 1. März 35 Verkehrstote registriert. Trotz des starken Rückgangs der Zahl an Verkehrstoten - besonders durch verbesserte Fahrzeugsicherheit - sieht der ÖAMTC weiterhin Handlungsbedarf.

Die positive Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten führt der ÖAMTC vor allem auf technische Fortschritte wie Scheibenbremsen, Knautschzonen, Drei-Punkt-Gurte, Airbags, ABS, ESP und strengere Crashtest-Vorgaben zurück. Bei der Verkehrssicherheit wurde beispielsweise im Jahr 1973 Tempo 100 auf Bundesstraßen und im Folgejahr die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen erlassen. Seit 1976 gibt es eine Gurtpflicht, gestraft wird seit dem Jahr 1984. 1985 kam die Helmpflicht fürs Motorrad und Moped, 1994 die Kindersitzpflicht.

2.948 Verkehrstote 1972

Das Jahr 1972 markierte mit 2.948 Verkehrstoten den traurigen Höchstwert. Im Jahr 2025 waren es nur noch 397 tödlich verunglückte Personen, was einem Rückgang von 87 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum hat sich der Fahrzeug-Bestand verdreifacht: von 2,5 Millionen Fahrzeugen 1972 auf 7,5 Millionen Ende 2025. "Leider ist die Zahl der Unfälle und Verletzten nicht im gleichen Ausmaß gesunken", relativierte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé in einer Aussendung am Donnerstag.

2024 wurden 37.117 Unfälle und 45.995 Verletzte gezählt - das sind Rückgänge von 30 bzw. 36 Prozent gegenüber dem Höchstwert 1972. Nosé betont, dass die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit verstärkt auf die Reduktion von Schwer- und Schwerstverletzten abzielen müsse. Wichtige Beiträge zur Erhöhung der Sicherheit sieht Nosé in einem fehlerverzeihenden Straßenraum, gut ausgebildeten und sicherheitsbewussten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern sowie einer raschen Marktdurchdringung von Fahrassistenzsystemen.

Besondere Aufmerksamkeit fordert der ÖAMTC für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie Nutzerinnen und Nutzer von E-Bikes und E-Tretrollern. Die steigenden Unfall- und Getötetenzahlen in diesen Gruppen erfordern spezielle Maßnahmen. Nosé sprach sich für eine allgemeine Helmpflicht für E-Bikende ohne Strafandrohung sowie eine Helmpflicht für E-Scooterfahrende mit Strafandrohung aus. Ziel sei es, möglichst viele Menschen zum Helmtragen zu motivieren, um die Unfallschwere zu minimieren.

(APA/Red)

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