Der Krieg im Iran führt zu höheren Spritpreisen. Am Dienstag kostete Diesel durchschnittlich 1,739 Euro und Superbenzin 1,639 Euro pro Liter, laut ÖAMTC. Innerhalb einer Woche stiegen die Preise um 17 Cent für Diesel und 12 Cent für Super. Das Wirtschaftsministerium plant, die Entwicklung der Spritpreise untersuchen zu lassen.
Die rasche und merkliche Anpassung der Preise an den Tankstellen aufgrund des gestiegenen Rohölpreises wird vom ÖAMTC als nur "bedingt nachvollziehbar" angesehen. Schließlich entspricht der derzeitige Erdölpreis in etwa dem Niveau von Januar 2025, während die Tankstellenpreise, insbesondere für Diesel, damals deutlich niedriger waren als heute.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) will die aktuell laufende Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise durch das Institut für Höhere Studien (IHS) auf die aktuellen Entwicklungen ausweiten, wie er am Mittwoch bekanntgab. "Ich habe eine strenge Überwachung der Tankstellenpreise beauftragt, mit dem Ziel festzustellen, ob Preise ausschließlich auf Grund von Marktverwerfungen geändert werden oder auf Grund von anderen Parametern", so Hattmannsdorfer. Der Bericht der Untersuchung soll Ende März vorliegen, im Fokus stehe speziell die Weitergabe von Preisänderungen an die Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Dieselpreis reagierte laut ÖAMTC erneut stärker als Super auf die jüngsten geopolitischen Entwicklungen. Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 sei Diesel in 37 von 48 Monaten das teurere Produkt an Österreichs Zapfsäulen gewesen. Im Durchschnitt lag der Dieselpreis in diesem Zeitraum je Liter rund fünf Cent über dem Benzinpreis. Aktuell sind es bereits schon wieder zehn Cent Unterschied. Der deutschlandweite Dieselpreis kletterte unterdessen auf mehr als zwei Euro. In der morgendlichen Preisspitze (07:15 Uhr) ermittelte der ADAC einen Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter, berichtete die dpa.
Wifo-Chef Gabriel Felbermayr kritisierte Rufe nach einem staatlichen Eingriff wegen der steigenden Spritpreise in Deutschland. "Wer jetzt nach einem neuen Tankrabatt ruft, sorgt eher dafür, dass die Preise noch weiter steigen, weil die Unternehmen auf den staatlichen Eingriff spekulieren und weil die Forderung noch mehr Panik auslösen würde", sagte er dem "Handelsblatt". Laut dem Ökonom, der am Mittwoch in den Rat der Wirtschaftsweisen berufen wurde, der die deutsche Bundesregierung berät, gelte: "Keine Panik an der Zapfsäule."