Die Österreicher verfolgen Eigenangaben zufolge die Entwicklungen im Iran großteils mit hohem Interesse, zeigt eine market-Umfrage.
Die meisten erwarten einen Anstieg des Ölpreises und der Inflation. 54 Prozent befürchten eine militärische Eskalation und einen "Flächenbrand" im Nahen Osten, 25 Prozent sogar den Dritten Weltkrieg. Und 46 Prozent sind der Ansicht, dass US-Präsident Donald Trump mit dem Vorgehen von seiner eigenen Verwicklung in die Epstein-Affäre ablenken will.
market befragte am 2. und 3. März 843 repräsentativ ausgewählte Über-16-Jährige in Online-Interviews. Zwei Drittel von ihnen gaben an, die Berichterstattung zu dem Thema genau zu verfolgen, nur sieben Prozent tun dies gar nicht. Männer und ältere Semester sind stärker an den Medienberichten interessiert als Frauen und Jüngere.
14 Prozent rechnen mit einer baldigen Beruhigung der Lage, 46 Prozent mit einer Verschärfung. Was mögliche Auswirkungen des Konflikts angeht, befürchten die Österreicher vor allem wirtschaftliche Konsequenzen: 79 Prozent erwarten, dass der Ölpreis nach oben gehen wird, 77 Prozent stellen sich auf eine steigende Inflation ein. 59 Prozent erwarten eine neue Flüchtlingswelle aus dem Iran.
68 Prozent fürchten, dass die Zahl der Terroranschläge weltweit wieder steigen wird. Dass die Terrorgefahr sinken könnte, weil mit dem Iran ein wichtiger Geldgeber ausfällt, denken hingegen nur 21 Prozent. 53 Prozent erwarten, dass der Iran auch langfristig unter einer islamischen Führung bleiben wird.
26 Prozent befürworten die Angriffe - wobei die Zustimmung bei Männern (35 Prozent) deutlich höher ausfällt als bei Frauen (17 Prozent) - und 33 Prozent verurteilen die Militärschläge ausdrücklich. Der Rest ist neutral oder wählte die Antwort "weiß nicht". Auffällig: Befürworter verfolgen die Berichterstattung genauer als Gegner. 16 Prozent geben offen zu: "Es ist mir eigentlich ganz egal, was im Iran bzw. im Nahen Osten passiert."
Was die Motive des US-Präsidenten angeht, so denken 46 Prozent, dass er damit von seiner Verwicklung in die Epstein-Affäre ablenken will. Das ist die Mehrheit, denn nur 38 Prozent können sich das nicht vorstellen. Der Rest antwortete mit "weiß nicht". 51 Prozent sind der Ansicht, dass Trump mit den Angriffen auf den Iran seine Chance auf den Friedensnobelpreis endgültig verspielt hat, 29 Prozent sehen ihn noch im Rennen, der Rest ist neutral.