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Iran-Krieg: Hercules-Flugzeuge sorgen für Streit in Österreich

Gestern, 20:01

Da das Bundesheer momentan keine Hercules-Transportmaschine zur Evakuierung aus dem Nahen Osten bereitstellen kann, ist ein Streit um die Verantwortung entbrannt. FPÖ-Generalsekretär Hafenecker bezeichnete dies als "Skandal der Sonderklasse". Die ÖVP hingegen beschuldigte Ex-FPÖ-Verteidigungsminister Kunasek für den Zustand der Flotte.

Das Bundesheer verfügt derzeit über zwei Hercules-Flugzeuge. Eine Maschine befindet sich zur Wartung in Portugal, die andere ist aufgrund technischer Probleme außer Betrieb. Die dritte Hercules wurde im Herbst stillgelegt. Ein Vertrag über den Kauf von vier C-390 Embraer Transportflugzeugen wurde 2024 abgeschlossen, die erste Lieferung erfolgt jedoch erst 2028.

Streit um Hercules-Flugzeuge: FPÖ beklagt "Aushungerung" des Heeres

Dass Österreich nun keine Evakuierungen mittels Militär-Maschinen durchführen kann, sieht Hafenecker dem "jahrelangen ÖVP-Aushungerungskurs" beim Heer geschuldet. Wenn sich österreichische Staatsbürger in einer derartigen Krisensituation nicht mehr auf die umfassende Unterstützung durch die eigenen Behörden und das Bundesheer verlassen könnten, stelle dies auch "einen beispiellosen Vertrauensbruch" dar.

Kurz darauf antwortete VP-Verteidigungssprecher Ofenauer. Es sei bemerkenswert, wie schnell die FPÖ vergesse: Hätte der damalige Verteidigungsminister (und heutige steirische Landeshauptmann) Kunasek zeitgerecht die Nachbeschaffung der mittlerweile über 60 Jahre alten Transportflieger veranlasst, hätte man jetzt drei funktionstüchtige Maschinen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) habe hingegen die Nachbeschaffung bereits 2021 eingeleitet.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte davor in einer Pressekonferenz zur aktuellen Krisensituation betont: "Wir werden jedem einen Flugplatz zur Verfügung stellen können." Die Regierung werde dabei sämtliche internationale Kooperationen nutzen. Zudem gebe es noch zivile Flughäfen, die geöffnet seien.

(APA/Red)

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