Der Energiekonzern OMV betrachtet die Öl- und Gasversorgung seiner Kunden trotz der Situation im Nahen Osten als gesichert. Die Versorgung mit möglicherweise betroffenen Ölmengen sei gewährleistet.
Für den Fall von längerfristigen Einschränkungen der Schifffahrtsroute werden jedoch alternative Szenarien vorbereitet. Doch die "OMV geht davon aus, dass betroffene Mengen über alternative Bezugsquellen ersetzt werden können", hieß es weiter. Auch auf die Gasversorgung habe die Situation in der Straße von Hormuz derzeit keinen Einfluss.
Der für Energie zuständige Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) beurteilt die Lage ähnlich. "Für Österreich besteht derzeit kein Anlass zur Sorge, unsere Versorgung ist gesichert. Weder der Iran noch die Straße von Hormus sind für unsere unmittelbare Versorgungssicherheit entscheidend", erklärte der Minister in einer Aussendung. Die Ausgangslage sei mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 nicht vergleichbar. Es gebe keine direkte Abhängigkeit und Österreich sei heute deutlich breiter diversifiziert und damit resilienter aufgestellt. Zu den Preisaufschlägen bei Öl und Gas sagte der Minister, die aktuellen Marktentwicklungen seien bei derartigen geopolitischen Spannungen üblich. Um Versorgung und Preise zu beobachten, wird im Wirtschaftsministerium eine "Taskforce Versorgungssicherheit" eingerichtet.
Hintergrund ist die erneute Eskalation des Konflikts nach dem Tod des iranischen geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei. Die Kämpfe weiteten sich am Montag aus und erfassten inzwischen auch den Libanon. Israel und die USA intensivierten ihre Angriffe auf den Iran und dessen Verbündete, während Teheran erneut Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem abfeuerte. Schifffahrtsdaten zufolge lagen am Sonntag rund 150 Tanker vor der strategisch wichtigen Straße von Hormuz vor Anker, die damit faktisch blockiert war. Durch die Meerenge verläuft ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gastransits, sodass jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf die Energiemärkte hat. Der Brent-Preis sprang im außerbörslichen Handel daraufhin um etwa zehn Prozent auf rund 80 Dollar (67,77 Euro) je Barrel.