Im WWF-Reservat in Marchegg landete am Sonntag um 16 Uhr der erste Weißstorch des Jahres, was den Trend zu ihrer früheren Ankunft bestätigt. Diese Landung fand drei Wochen früher statt als vor 20 Jahren üblich. Weitere Störche werden in den nächsten Wochen erwartet.
Im vergangenen Jahr gab es 49 Storchenpaare und 125 Jungvögel. Der WWF sieht die Erderwärmung als Grund für die frühere Weißstorch-Ankünfte, da sie von milden Bedingungen auf ihrer Reise profitieren. In den kommenden Wochen werden weitere Störche aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Mehrere künstliche Nester wurden gebaut und gut angenommen. Insgesamt gibt es derzeit bis zu 60 Nistplätze in den Auen des WWF-Schutzgebietes und in Marchegg.
Trotz des sehr trockenen Winters finden die Störche auch heuer laut Aussendung in und um Marchegg geeignete Lebensbedingungen vor. Als wichtiger Faktor wurde die extensive Beweidung der Auen mit halbwilden Konik-Pferden genannt, die die Vegetation vielfältig halten und damit ein reiches Nahrungsangebot an Insekten schaffen. "Das erleichtert den Störchen die Nahrungssuche und wirkt sich positiv auf den Bruterfolg aus", sagte WWF-Experte Jurrien Westerhof.
Auch im Burgenland sind die ersten Störche bereits gelandet, wobei diese wohl nicht aus den weit entfernten Wintergebieten stammen dürften. Im Bezirk Oberwart wurden Ende Februar bereits Vögel im Schnee gesichtet und auch Rust meldete die ersten Rückkehrer. Fünf Störche überwinterten in der Storchenstation, da sie etwa aufgrund von Verletzungen flugunfähig sind, erklärte Igor Smrtnik vom Storchenverein Rust. Noch im eisigen Jänner gesellten sich vier dazu, denn in der Storchenstation erwartete sie Futter. Drei weitere Tiere landeten kürzlich, wobei Smrtnik davon ausgeht, dass diese den Winter in nicht allzu großer Ferne verbracht haben. Am Montag fand in Rust noch die Nestreinigung statt. Alle Nester in der Stadt am Neusiedler See wurden desinfiziert und ausgeputzt, damit sie für weitere tierische Sommergäste bereit sind.