Der aktuelle Test des Vereins für Konsumenteninformation und der Stiftung Warentest zeigt, dass nur elf von 16 getesteten Kinderzahnpasten ausreichend vor Karies schützen, während fünf Produkte wegen fehlendem oder zu geringem Fluoridgehalt durchfallen und sechs umweltkritische Stoffe enthalten.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest 16 Kinderzahnpasten getestet. Das Ergebnis: Nur elf Kinderzahnpasten schützen kleine Zähne zuverlässig vor Karies. Fünf fallen durch, denn sie enthalten kein oder zu wenig Fluorid.
Die gute Nachricht: Wer zu einer empfehlenswerten Kinderzahnpasta greift, muss dafür kein Vermögen ausgeben. Unter den elf „guten“ und „sehr guten“ Produkten befinden sich zahlreiche preiswerte Zahnpasten.
Fluorid ist der einzige bewiesene Inhaltsstoff, der Karies verhindern kann. Das ist wissenschaftlich gut belegt – und gilt ausdrücklich auch für Milchzähne: Deren Zahnschmelz ist besonders dünn. Empfohlen wird für Kinderzahnpasten ein Fluoridgehalt von 1.000 ppm (parts per million/Teile pro eine Million). „Das entspricht einem Fluoridanteil von 0,1 Prozent“, erklärt VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. Diese Anforderungen erfüllen fünf der getesteten Produkte nicht (Alverde Naturkosmetik, Karex Kinder, Lavera Naturkosmetik, Nordics und Woom). Sie enthalten entweder gar kein Fluorid oder deutlich zu wenig. „Es wird stattdessen auf Substanzen wie Hydroxylapatit, Kalziumlactat, Sorbit und Xylit gesetzt“, so Christian Undeutsch weiter. „Doch keiner dieser Stoffe kann Fluorid nachweislich gleichwertig ersetzen.“
Bei der Bewertung der Umweltkriterien enthalten 6 der 16 Kinderzahnpasten umweltkritische Stoffe. Nenedent setzt den Komplexbildner EDTA ein, der das Trinkwasser belasten kann. Die von Elmex verwendete Hydroxyethylcellulose gilt als biologisch schlecht abbaubar. Weitere vier Produkte enthalten umweltkritische Farbstoffe, allerdings in sehr geringer Konzentration (Gum, Happybrush, Odol-med3, Sensodyne). „Die Verwendung dieser Stoffe in einer Zahnpasta ist verzichtbar, wie auch andere Hersteller vorzeigen“, betont Christian Undeutsch. Erfreulich für den Experten ist, dass der umstrittene Farbstoff Titandioxid in keiner der getesteten Zahnpasten mehr zu finden ist.