Ein 22-jähriger Niederländer sitzt in Wien in Haft, weil er eine Frau in St. Pölten um über 43.000 Euro betrogen haben soll, indem er sich als Bankmitarbeiter ausgab und ihr Bankdaten entlockte. Der Verdächtige wurde nach seiner Festnahme in Spanien an Österreich ausgeliefert.
Ein 22-Jähriger, der eine Frau im Bezirk St. Pölten um mehr als 43.000 Euro betrogen haben soll, sitzt in Wien in Haft. Bei einem Telefonat soll sich der Niederländer als Bankmitarbeiter ausgegeben haben. Das Opfer gab dem Anrufer seine Kontodaten sowie PIN-Codes bekannt, die Bankomatkarten wurden von zuhause abgeholt. Der Verdächtige wurde ausgeforscht und nach der Festnahme in Spanien in der Vorwoche nach Österreich ausgeliefert, berichtete die Polizei am Dienstag.
Der 22-Jährige soll bei dem Anruf am 24. März 2025 vorgetäuscht haben, dass das Konto des Opfers gehackt worden sei. Er brachte die Frau laut Polizeiaussendung dazu, eine Fernwartungssoftware auf ihr Handy herunterzuladen und ihm sämtliche Bankdaten samt PIN-Codes mitzuteilen. Danach löschte der Mann die Banking-App des Opfers und gab vor, dass dies zum "Wiederherstellungsprozess" gehören würde. Der Anrufer wies die Frau auch an, ihre Bankomatkarten samt Daten in ein Kuvert zu geben, das daraufhin von einem Unbekannten abgeholt wurde. Insgesamt soll das Telefonat rund acht Stunden gedauert haben. Als die Frau danach bei der Service-Hotline ihrer Bank anrief, wurde ihr klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war.
Bei sieben Bargeldbehebungen und einer Auslandsüberweisung wurden mehr als 43.000 Euro vom Konto der Frau abgezweigt. Im Zuge der Erhebungen der Polizeiinspektion Herzogenburg in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich und dem Bundeskriminalamt wurde ein in Spanien aufhältiger 22-Jähriger ausgeforscht, der für den Anruf, die Abholung sowie die Überweisungen und Behebungen verantwortlich sein soll. Auf Basis eines Europäischen Haftbefehls wurde er am 18. Dezember im Zuge einer Kontrolle der Exekutive festgenommen. Bei einer Einvernahme nach seiner Auslieferung verweigerte der Mann die Aussage. Er wurde in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.